Die Teufel tragen Steine

From Pasakas un teikas
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Comments: In gut aufgeschriebenen Märchen und Sagen kommt das Wort "Ritter" nicht vor. P. Š.


In der Nähe von Koknese (Kokenhusen), an der Straße, welche am Dünaufer entlangführt, befindet sich an einer Stelle zwischen dem Pastes-Gut und dem Kalna krogs (Berggrug) ein in zwei Teile gespaltenes Felsstück. In alten Zeiten hat an der Stelle, an der jetzt der Fels liegt, eine Hütte gestanden. In der Hütte lebte eine Hexe, ein altes böses Weib, dass nur danach trachtete, allen Menschen etwas Böses anzutun. Als ihr Nachbar, ein gottesfürchtiger Ritter, sich ein Schloss erbaute, da wollte auch die Hexe ein Schloss haben. Allein konnte sie es jedoch nicht erbauen. Eines Tages saß sie vor ihrer Hütte. Da fuhr auf der Düna ein kleines Männchen in einem Boot vorbei, der versprach, ihr ein Schloss zu erbauen, wenn sie ihm dafür ihre Seele versprechen wolle. Das Männchen war der Teufel selbst. Anfangs erschrak die Frau wohl, aber schließlich wurden sie sich einig, und der Teufel verpflichtete sich, das Schloss bereits in der Kommenden Nacht zu errichten. Der Ritter aber, der hinter einem Baum gestanden hatte, hatte das Gespräch belauscht. Erschrocken eilte er nach Hause, um Rat zu finden, wie er die Absicht des Teufels zunichte machen könnte. Zu der Zeit lebte im Pērse-Tal ein weiser und frommer Einsiedler. Der Ritter eilte zu ihm, um Rat zu holen. Der Einsiedler belehrte ihn: gegen Mitternacht solle er einen Hahn unter einen Mantel verstecken und sich zu der Hütte der Alten begabten. Wenn nun der Teufel sich nähere, solle er schnell den Hahn unter dem Mantel hervorholen. Der Hahn, der Flammen des Teufels ansichtig geworden, werde denken, es sei schon Morgen, und gleich laut "Kikeriguuu!" rufen, (andere Variante: der Ritter solle dem Hahn seine Windlaterne vor den Augen halten). So werde er den Teufel vertreiben. So geschah es: der Hahn krähte. Der Teufel ließ vor Überraschung den mächtigen Grundstein, den er für den Bau des neuen Schlosses herbeigeschleppt hatte, fallen und ergriff die Flucht. Der Stein aber fiel auf die Hütte und zermalmte sie zusammen mit der Hexe. Beim Fall spaltete sich der Stein in zwei Teile. So kann man ihn noch heute mit allen Abdrücken der Teufelskrallen an derselben Stelle sehen.

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