Die Teufel tragen Steine

From Pasakas un teikas
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Comments: An der Landstraße, die von Kandava (Kandau) nach Saldus (Frauenburg) führt, etwa sechs Werst von Kandava entfernt, findet man eine riesige Menge Steine, die man die vom Teufel verlorenen Steine nennt. Nordöstlich von Kandava sieht man an dem steilen Abava-Ufer ein paar tiefe Einkerbungen: dort soll der Teufel die Erde herausgeholt haben. L. P.


In alten Zeiten hatten einige Herren auf sechs Scheffel Geld gewettet, den Fluss Abava zu versperren. Der Herr gab sich große Mühe, einen Damm zu errichten, aber vergeblich. Du liebes Gottchen: was er am Tag errichtet hatte, das war in der Nacht wieder zerstört worden. Der Herr dachte "Was soll ich nur tun? So viel Geld möchte ich nicht verlieren!" Aber als er sah, dass er nichts ausrichten konnte, begann er seinen Gegner zu verfluchen. Plötzlich — woher er kam, woher nicht — war der Teufel zur Stelle und sagte, er wolle dem Herrn gern helfen, wenn er ihm dafür eine Menschenseele verschaffe. Schon in der kommenden Nacht begann der Teufel den Damm zu bauen: er scharrte am Ufer große Mengen Erde zusammen und warf sie in den Fluss, aber Gottchen schickte Regen von oben, der die Erde wegspülte. Da sah der Teufel, dass er mit Erde nichts ausrichten werde und rannte nach Litauen, um Steine herbeizuholen. Aber es war schon kurz vor Mitternacht. Diesseits Zemīte bemerkte er, dass er wohl nicht mehr zum Ziel kommen werde, und ließ die größeren Steine bereits fallen. Plötzlich krähte der Hahn. Da ließ der Ärmste alle Steine fallen, lief davon und ließ sich nicht mehr sehen.

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