Die Teufel tragen Steine

From Pasakas un teikas
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Comments: Dass der Tod die Braut des Teufels war, dass wird wohl Jānis Krēsliņš (der Aufschreiber) selbst hinzugefügt haben. Auch "eiserne Männer" kommen in gut aufgeschriebenen Volksüberlieferungen nicht vor. Hier ist die Sage in der von Lerchis-Puškaitis verkürzten Form aufgenommen. P. Š.


Die Eisernen Männer begannen mit dem Bau des Alūksne-Schlosses (Marienburg), aber sie hatten nicht genug Steine. Da schlossen sie einen Vertrag mit dem Teufel ab. Der Teufel versprach, Steine herbeizuschleppen, wenn man ihm dafür die Hälfte des Schlosses überlasse. Der Teufel ging ans Werk, und schleppte die Steine übers Meer nach Alūksne. Er arbeitete im Schweiße seines Angesichts, so dass es an Steinen beim Bau nicht mangelte. Als der Teufel wieder einmal eine große Ladung Steine übers Meer geschleppt hatte, begegnete er unterwegs seiner Braut, der Nāve (der Tod, lett. nāve ist feminin), und begann sich mit ihr zu unterhalten. Dabei merkte er gar nicht, wie schnell die Zeit verging und dass die Nacht bald um war. Als der Tod gerade dabei war, die Steinlast dem Teufel auf den Rücken zu heben, krähte plötzlich der Hahn auf einem nahen Bauernhof. Der Tod erschrak so, dass er zurückwich. Der Teufel aber, der die schwere Last nicht halten konnte, ließ sie fallen. Der Sack riss, die Steine rollten davon und verstreuten sich übers ganze Tal, wo man sie in der Nähe des Lūra-Dorfes noch heute sehen kann. Als der Teufel sah, dass er den Vertrag nicht einhalten konnte, verschwand er und ließ sich in Alūksne nicht mehr sehen. Der Tod, der es versäumt hatte, noch vor dem Hahnenschrei auf den Friedhof zurückzukehren, setzte sich auf die Steine und begann zu jammern. Alte Leute haben sie dort um die Mittagszeit häufig mit eigenen Augen gesehen.

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