Ein Tier das zusehends wächst (größer wird)

From Pasakas un teikas
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Einmal fuhr ein Mann bei klirrendem Frost von Riga nach Hause. Auf einmal bemerkte er ein kleines Lamm, dass mitten auf der Straße lag. Der Mann hielt sein Pferd an, stieg aus dem Wagen und sah sich das Lamm an. Das Lämmchen war noch ganz feucht — wie eben geworfen. Der Mann wunderte sich: wie mochte sich nur ein soeben geworfenes Lämmchen bei klirrendem Frost mitten auf der Straße befinden. In der Nähe war kein Hof, kein Tier und kein Mensch zu sehen. Da überlegte der Mann nicht lange, sondern hob das Lamm in seinen Wagen. Der Fuhrmann wickelte das Lämmchen ein so gut es ging und streichelte es immer wieder, indem er sprach: "Wäre ich nicht gekommen, so wärest du schon längst erfroren!" Und so fuhr er weiter und streichelte das Lämmchen. Aber je mehr er es streichelte, umso größer wuchs das Lämmchen. Schließlich war es schon so groß, dass der Fuhrmann selbst kaum mehr Platz in seinem Wagen hatte. Das Pferd konnte die führe nur noch mit Mühe weiterziehen. Jetzt merkte der Mann, dass es nicht mit guten Dingen zuging. Er begann zu beten. Nachdem er das Vaterunser gebetet und sich bekreuzigt hatte, war das Lamm auf einmal verschwunden. Der Mann wunderte sich und setzte seinen Weg fort.

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