Ein Tier das zusehends wächst (größer wird)

From Pasakas un teikas
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Einmal musste ein Weiblein spät in der Nacht zum Vilce-Krug gehen. Die Landstraße machte einen großen Umweg, deshalb beschloss das Weiblein quer über die Wiesen zu gehen. Schnellen Schrittes eilte es am Wiesenrand entlang. Plötzlich tauchte ein kleines Zicklein vor ihr auf. Die Frau wunderte sich, denn sie wusste, dass die Bauern der Gegend keine Ziegen hatten. Und wer hätte schon ein kleines Zicklein nachts draußen gelassen. Schließlich fiel es ihr ein, das Zicklein könnte einem Litauer aus dem Wagen gefallen sein, der es vielleicht nach Žagare bringen wollte. "Dann wird es auch keine Sünde sein, wenn ich es mitnehme. Wo soll das arme Tierchen in der kalten Nacht unterschlüpfen?" dachte die Frau. Sie hob das Zicklein auf den Arm und eilte weiter. Aber das Zicklein wurde schwerer und schwerer, so dass sie es schließlich nicht mehr tragen konnte. Sie wollte es abwerfen, aber das Zicklein klammerte sich mit den Beinchen an ihr fest. In ihrer Angst begann die Frau das Vaterunser zu beten. Als sie das "und erlöse uns von dem Bösen" ausgesprochen hatte, sprang das Zicklein mit einem Satz auf die Brie, lachte auf und verschwand. Das Weiblein bekreuzigte sich und lief so schnell es nur konnte davon. Als es endlich im Vilce-Krug ankam, war es in Schweiß gebadet.

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