Ein Tier das zusehends wächst (größer wird)

From Pasakas un teikas
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Comments: In der 4. Abt. der III. Gruppe sehen wir, dass auch "Ēni" (Geister der Verstorbenen) sich in der Gestalt rasch wachsender Tiere zeigen, aber ich kenne keine Beispiele, dass auch „veļi" es täten. P. Š.


Ein Mann aus Dūre erzählt die folgende Sage vom Teufel. Er selbst, der Gemeindeälteste namens Kazainis, sei in einer Herbstnacht von der Mühle nach Hause gefahren. Der Mond schien hell. Es konnte so um die Mitternachtsstunde sein. Als er an dem Friedhof der unteren Gemeinde vorbeifuhr, bemerkte er, dass ein schwarzes Tier, vielleicht ein Wolf, aus dem Friedhof und dann im großen Bogen den Fahrer überholte. Der Mann war gar nicht angetrunken — wie er selbst sagte — aber das schwarze Tier, das sah er, wurde immer kleiner. Als es sich den Pferden auf etwa vier Klafter genähert hatte, war es nur noch so groß wie eine Katze. Die sonderbare Katze legte sich mitten auf die Straße hin und zwar so, dass sie zwischen den Wagenspuren zu liegen kam, die auf ausgefahrenen Landstraßen tief eingefahren sind. Als das merkwürdige Tier sich hingelegt hatte, versetzte der Fahrer, ohne ein Wort zu sagen, ihm mit der linken Hand einen Schlag auf den Rücken, so dass das Tier blitzschnell aufsprang und in die Richtung des Friedhofswaldes davonrannte, ohne auch nur einen Laut von sich zu geben. Aber sobald es den Wald erreicht hatte, begann der Wald zu ächzen und zu rauschen wie beim Sturm, obwohl ringsherum alles ganz ruhig war. Es lebten doch noch Teufel auf dieser Welt, meinte der Bauer.

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