Die Teufel täuschen

From Pasakas un teikas
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Comments: Auch Bērziņš aus Piebalga hat dem "Baltijas Vēstnesis" eine Sage zugesandt (Anlage, 1894), in der sich einem Knecht der Teufel zeigt, der dann ebenso plötzlich verschwindet. (LP. VII, I, 85, 18). P. Š.


In dem Valle-Wald in der Nähe des Lielbraņķi-Hofes von Naudīte, war einmal zur Mittagszeit ein altes Mütterchen zusammen mit anderen Frauen beim Beerensammeln. Das Mütterchen fand sehr viele Beeren. Da näherten sich ihr plaudernd andere Beerensammler. Aber die Alte missgönnte ihnen die schönen Beeren, deshalb beschloss sie, sie zu verscheuchen. Sie miaute wie eine Katze und wieherte wie ein Pferd. Da ergriffen die anderen Beerensammler die Flucht, denn sie glaubten wahrhaftig, der alte Teufel habe sich wieder im Waldesdickicht niedergelassen. Die alte begann die Himbeeren allein zu sammeln und freute sich, dass es ihr gelungen war, die anderen so zu erschrecken. Aber da musste die Alte selbst auch Schrecken überstehen, so dass sie kaum noch entkommen konnte. Plötzlich erhob sich ein solcher Sturm, dass die Bäume brachen oder sich bis zur Erde bogen. Die Alte floh, ohne sich zu bekreuzigen. Noch jetzt ist bei uns die Ansicht verbreitet, dass man nicht versuchen sol1e, andere im Walde oder an einem sonstigen Ort zu erschrecken, denn dann werde man selbst von dem Unguten erschreckt.

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