Die Teufel täuschen

From Pasakas un teikas
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Das habe ich selbst erlebt. Am Sonntag nach dem Dreikönigstag war Ding-Tag im Pāpiņas-Krug. Wir gingen von dem Liepiņa-Hof in Smiltene zum Pāpiņas-Krug in Bilska. Als wir nach Hause gingen, war es schon sehr spät. Ich und eine andere Magd gingen als letzte, vor und der Knecht und seine Frau und vor ihnen noch zwei junge Burschen. Als wir von der Landstraße auf die Seitenstraße, die nach dem Liepiņas-Hof führte, einbogen, da bemerkte ich, dass aus dem kleinen Walde des Liepiņas-Bauern etwas großes und Schwarzes wie ein Bär hervorkam und sich am Feldrain entlang in die Richtung des Antuža-Hofes bewegte. Auch die andere Magd hatte das Große Schwarze bemerkt und rief: "Anniņa, Anniņa siehst du auch das Große Schwarze?" Ich sah es und sprach: "Ja, Lienīte, siehst du es auch?" Da rief Lienīte einem der Burschen zu: "Jēpis, siehst du es auch?" Da antworteten alle drei Männer: "Ja, wir sehen es auch! Wir wollen es einholen und in Fetzen zerreißen wie einen Teufel!" Und alle drei liefen dem Schwarzen nach. Aber das Schwarze war auf einmal und ganz plötzlich verschwunden. Die drei Männer kehrten zu uns zurück, und wir gingen alle zusammen nach Hause. Zu Hause begannen wir von unserem Erlebnis zu erzählen. Da sagte die Mutter der Knechtsfrau: "Man soll unterwegs nicht darüber sprechen, wenn man etwas sieht. Es war ja nur Unglück, dass ihr gesehen habt." Und so war es auch. Die Knechtsfrau hatte ein großes Mutterschaf. Es war am nächsten Morgen tot: es lag auf dem Rücken und streckte alle Viere von sich.

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