Die Teufel täuschen

From Pasakas un teikas
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Ein König hatte aus einem anderen Königreich einen sehr klugen und gelehrten Kater bekommen, der ihm das Mittag- und das Abendessen auf den Tisch brachte und noch andere Dinge verrichtet. Darüber war der König recht froh. Einmal kamen aus vielen anderen Königreichen Gäste angefahren. Der König befahl seinem Kater, Essen auf den Tisch zu bringen. Einer der Gäste aber wurde neidisch und bedauerte, dass er selbst keinen solchen Kater besaß. Er beschloss, dem König den Kater zu stehlen. Als die Gäste schon ziemlich angetrunken waren, ging er hinaus, um abzuwarten, bis der Kater mit dem Essen aus der Küche kommen würde. Als der Kater kam, ergriff er ihn, steckte ihn in den Sack, nahm den Sack auf den Rücken und trug ihn davon. Als er jedoch zu Hause den Sack öffnete, sah er, dass darin ein gehörnter Teufel saß. Da erschrak er sehr und eilte zu einem Freund, um ihm zu erzählen, was geschehen war. Als der Freund zu ihm kam, um sich selbst davon zu vergewissern, sah er den leeren Sack liegen, aber der Teufel war schon verschwunden. Die beiden Freunde beschlossen, dass sie ein anderes Mal, wenn der König wieder Gäste haben werde, ihm gemeinsam den Kater stehlen wollten. Nach langer Zeit veranstaltete der König wieder einmal ein Festgelage. Wieder brachte der Kater das Essen auf den Tisch. Der Mann sagte zu seinem Freund: "Wenn der Kater mit dem Geschirr kommen wird, dann wollen wir eine Maus loslassen. Wird er dann die Schüsseln fallen lassen, um die Maus zu fangen, dann ist er ein echter Kater, tut er das nicht, dann ist er der Teufel selbst." Wie besprochen, so getan. Als der Kater mit den Schüsseln kam, ließen sie die Maus los. Der Kater warf die Schüsseln hin, packte die Maus und begann sie zu fressen. Dann fingen die Freunde den Kater ein, steckten ihn wieder in den Sack und trugen ihn davon. Unterwegs sprachen sie: "Das ist wirklich ein echter, sehr kluger und gelehrter Kater!" Als sie jedoch zu Hause den Sack öffneten, kroch aus ihm ein gehörnter Teufel hervor. Was sollten sie nun tun? Sie eilten zu ihrem dritten Freund und erzählten ihm, dass sie einen Kater gestohlen und im Sack nach Hause getragen hätten, aber dass es sich zu Hause herausgestellt hätte, dass der Kater ein Teufel war. Der dritte Freund sprach zu ihnen: "Das ist ein Teufel und kein Kater, denn man kann keinem Kater beibringen, Schüsseln auf den Tisch zu bringen und andere Arbeit eines Dieners zu tun!" Die Freunde glaubten ihrem dritten Freund. Als sie nach Hause kamen, sahen sie. dass sowohl der Kater als auch der Sack verschwunden waren. Jetzt waren die Freunde nicht mehr auf den König neidisch, der einen solchen Kater hatte, und versuchten auch nie mehr, ihn zu stehlen. So lebt der Kater als treuer Diener noch heute bei dem König.

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