Die Teufel täuschen

From Pasakas un teikas
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Nicht weit von der Stadt Rēzekne an der DricāniLandstraße befindet sich ein hoher Berg. Man nennt ihn den Ančepu kalns ebenso wie das Dorf Ančepi. In Deutschland wird von diesem Berg erzählt, dass sich in ihm ein sehr großer Keller, mit eiserner Tür verschlossen, befinde. Vor vielen Hunderten von Jahren sollen sich auf dem Berg Soldatengräber befunden haben. Der Berg war mit einem Wald bewachsen und auf seinem Gipfel stand eine Birke, deren sieben Stämme aus einer Wurzel erwuchsen und recht dick waren. Einmal vor etwa dreißig Jahren fuhren zwei Bauern der Birzgaļi-Gemeinde, Antons Melders und Jānis Opyncāns, nach Rēzekne, um dort zwei Fuhren Hafer zu verkaufen. Als sie an den Wald kamen, trat ihnen ein Herr entgegen, der schwarz gekleidet war und einen Gehstock in der Hand hielt. Der schwarze Herr blieb stehen und fragte die Bauern, was sie auf ihren Fuhren hätten. Die Bauern antworteten, sie würden Hafer zur Stadt bringen, um ihn dort zu verkaufen. Da sagte der schwarze Herr: "Ich will auch euren Hafer abkaufen und ihn sehr gut bezahlen." Die Bauern waren damit einverstanden und sprachen: "Gut, Herrchen!" Da befahl der schwarze Herr den Bauern, ihm mit ihren Fuhren zu folgen. Die Bauern fuhren geradeswegs durch den Wald auf den großen Berg zu. Angst überfiel sie, aber sie hatten keine Möglichkeit die Fuhren zu wenden und aus dem Walde herauszukommen. Als die Bauern an dem großen Berg angekommen waren, hieß der Herr sie, die Pferde anzuhalten. Die Bauern hielten an. Der Herr zog seine Geldbörse aus der Tasche und gab jedem der Beiden ein Goldstück. Dann öffnete er die Tür des großen Kellers, der sich im Berg befand. Links und rechts im Keller standen viele Pferde mit goldener Mähne und silbernen Schweifen. Neben den Pferden haben in Gold und Silber gekleidete junge Burschen. Aber keiner von ihnen sprach auch nur ein Wort. Da sagte der schwarze Herr zu den Bauern: "Tragt den Hafer zu den Pferden in den Keller, aber seht euch gut vor und rührt die Pferde mit den Säcken nicht an." Da fürchteten die Bauern sich noch mehr, dennoch begannen sie die Säcke in den Keller zu tragen. Sie hatten schon fast alle Säcke in den Keller getragen, als der eine Bauer, Melders, mit dem letzten Sack ein wenig den Schwanz des einen Pferdes berührte. Plötzlich erhoben sich Sturm und Gewitter, die eiserne Tür schlug zu, und von dem Keller und dem schwarzen Herrn war nichts mehr zu sehen. Die Bauern standen da: ihre Fuhren waren leer, und beide hielten sie ein Goldstück in der Hand. Sie standen noch lange da, aber dann machten sie sich auf den Weg, um so schnell wie möglich nach Hause zu kommen.

Sie verließen den Wald, fuhren heim und, zu Hause angekommen, erzählten sie ihren Nachbarn, was sie erlebt hatten.

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