Teufel als Zuträger von Schätzen

From Pasakas un teikas
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Ein Bauer aus der Gegend von Dobele (Doblen) fuhr eines Tages langsam von Rīga nach Hause. Unterwegs — jenseits von Jelgava — begegnete er einem Wandergesellen, der ihn bat, ihn ein Stück Weges mitzunehmen. Der Bauer antwortete, seine Pferde seien zu müde, denn damals gab es keine gepflasterte Straße: die Straßen waren sandig, die Räder sanken tief ein. Der Wandergeselle bat jedoch, er möchte ihm nur erlauben, sich in den Wagen zu setzen, dann würden die Pferde schon wieder laufen können. Und so war es auch. Sobald er sich hinten in den Wagen gesetzt hatte, trabten die Pferde, als würde der Teufel sie jagen, und in einer halben Stunde kamen sie in Jelgava an. In Jelgava sagte der Wandergeselle zu dem Bauer, dass er kurz in die schwarze Kirche gehen wolle. Der Bauer könne inzwischen seine Pferde füttern und dann ruhig weiterfahren; an dem Dobeler Tor würden sie sich wieder begegnen. Sobald der Wandergeselle wieder den Wagen bestiegen hatte, sausten die Pferde wie der Wirbelwind davon. An dem Klimpji-Wald, in der Nähe des Beķer-Kruges, ließ der Wandergeselle die Pferde anhalten und sagte zu dem Bauer, er möchte sich im Walde einen Ebereschenstock (Ein Ebereschenstock mit neun Drudenfüßen wird in mehreren Sagen erwähnt. Mein Großvater erzählt, dass er selbst einen solchen Stock gesehen habe, mit dem man ruhig allen bösen Geistern entgegentreten kann). Der Bauer gehorchte. Im Weiterfahren versprach der Wandergeselle, den Bauer reich zu machen, wenn er nur nicht den Mut verliere. Im Verlies des Schlosses Dobele werde von einem schwarzen Hund eine Geldtruhe bewacht. Er selbst (der Wandergeselle) werde sich in einen roten Hund verwandeln und mit dem schwarzen Hund kämpfen. Der Bauer aber solle zusehen, dass er dem schwarzen Hund einen ordentlichen Schlag mit dem Ebereschenstock versetzen könne. In der Nähe von Dobele war der Wandergeselle plötzlich verschwunden. Der Bauer begab sich geradeswegs in den Keller. Dort fand er schon beide Hunde vor, die gewaltig gegen einander kämpften. Nach langem Kampf und einigen Stockschlägen war es ihnen gelungen, den schwarzen Hund zu erschlagen. Nun hatten sie die Geldtruhe in ihrer Gewalt. Der rote Hund beschenkte den Bauer reichlich, und der Bauer setzte ruhig seinen Weg fort.

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