Teufel als Zuträger von Schätzen

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten gab es in Kangari viele Teufel; sie foppten die Fuhrleute, die auf den Wege nach Rīga vorbei mussten. Einmal brach jedoch unter ihnen selbst Streit aus, weil der große Teufel Klein-Kangari hatte und der kleine Teufel Groß-Kangari. Sie machten miteinander aus der Erste, der vorbeifahre, solle Recht sprechen. Nun kam soeben ein Fuhrmann vorbeigefahren. Der große Teufel tritt ihm entgegen, erzählt ihm sein Anliegen und sagt: "Entscheide zu meinen Gunsten: es ist doch ganz, ungerecht, dass ich Klein-Kangari und der Kleine Groß-Kangari besitzen soll — umgekehrt muss es sein." Der Fuhrmann entgegnete: "Wenn ich etwas dafür kriege, so mag es sein, denn "ist das Schwein nicht mein, so ist auch das Saatfeld nicht mein." Der Teufel fragte: "Wie viel willst du?" — "Einen ganzen Sack mit Geld" — "Gut, den sollst du haben!" — "So nicht, ich muss ihn sofort haben." — "Nun, dann warte!" Der Teufel ging froh um das Geld zu holen, der Fuhrmann machte aber unterdessen aus drei kleinen Säcken einen großen. Der Teufel rannte hin und zurück, bis der Sack voll war. Dann fragte der Fuhrmann: "Wo soll ich denn euren Streit entscheiden?" — "Nicht weit von hier ist ein kleines Kiefergehege, dort wird sich ein kleiner Haufen Wurzeln befinden, in ihn werden wir schlüpfen." Dort angekommen, nimm dir einen tüchtigen Prügel und fahre mit ihm über die Wurzeln, indem du rufst: "Dem Großen das, große, dem Kleinen das kleine!" "Und streiche so lange bis sich in den Wurzeln ein dunkelblaues Feuer entzündet." Die Teufel schlüpften in die Wurzeln, der Fuhrmann fuhr aber zuerst nach Hause, verwahrte das Geld und fuhr dann erst zur bezeichneten Stelle.

Die Teufel warteten und warteten, und da sie den Fuhrmann nicht erwarten konnten, wollten sie schon fast nach Hause fahren. Da rasselte plötzlich ein Wagen, und nun fuhren sie blitzschnell in den Haufen zurück. Der Fuhrmann kam angefahren, langte sich einen großen Stock und schlug mit ihm über die Wurzeln, aber kreuzweise, wobei er beständig sagte: "Dem großen Teufel Klein-Kangari, dem Kleinen Groß-Kangari!" Die Teufel, konnten die kreuzweise versetzten Hiebe nicht ertragen und bald flammte auch das dunkelblaue Feuer auf. Doch der Fuhrmann schlug nur immer stärker, so dass die Teufel Au weh! Au weh! schreien. Der Fuhrmann aber hörte nicht früher mit dem Schlagen auf, als bis die Teufel versprochen hatten, keinen Fahrer mehr zu foppen. Dann fuhr er stolz, wie ein Herr heim, hatte er doch den Teufel verprügelt. Das Bett des Teufels ist noch heute in Kangari zu sehen.

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