Teufel als Zuträger von Schätzen

From Pasakas un teikas
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Auf beiden Seiten der Landstraße, die von Vecāte nach Rūjiena führt und dabei die Gemeinden Sēļi und Koškule durchquert, befindet sich gerade auf dem Grund dieser Gemeinde ein Sumpf. Man kann ihn gar nicht einen richtigen Sumpf nennen, eher schon eine Moorwiese, durch die der kleine Schwarzbach fließt. Das Moor rechts von der Landstraße heißt das Vilkulāni-Moor, das Moor auf der linken Seite der Landstraße heißt der Vilku purvs (vilks = Wolf).

Einmal in alten Zeiten fuhr ein Bauer auf dieser Landstraße entlang nach Valmiera. Auf seiner Fuhre hatte er 2 Pud (=40 Pfund) Flachs, den er in Valmiera verkauften wollte. Er war sehr arm und brauchte dringend Geld, so dass ihm nichts anderes übrigblieb, als die paar Pud Flachs zu verkaufen. Er hatte sich schon um Mitternacht auf den Weg gemacht, um mit dem Morgengrauen in Valmiera zu sein. Sobald er in die Nähe des Sumpfes kam, sah er viele blaugrüne Feuerchen aufglimmen. Als er näher kam, erblickte er zwei Teufel, die erbittert gegen einander kämpften. Dem Bauer erstarrt vor Angst das Blut in den Adern. Aber einer der Teufel kommt auf ihn zu, hält sein Pferd an und verlangt, er solle ihren Streit entscheiden, dann könne er wieder weiterfahren. Sie seien Brüder und stritten sich um den Sumpf — wem von ihnen beiden er gehören solle. Da antwortete der Bauer: da sie zwei seien und Brüder dazu, sollten sie den Sumpf in zwei Teile teilen, zumal er schon durch die Landstraße geteilt sei, die sie als Grenze beibehalten sollten. Damit waren auch die Teufel einverstanden, sagten jedoch, dass dann jeder Teil einen Namen haben müsse. Da in der Gegend früher Wölfe gelebt hatten, schlug der Bauer vor, die Hälfte das Wolfsmoor, die andere Hälfte den Wolfsumpf zu nennen. Nun waren die Teufel sehr zufrieden. Sie entließen den Bauer und versprachen ihm, ihn für seine kluge Hilfe zu belohnen. Der Bauer kam in Valmiera an. Die Käufer scharten sich um seinen Flachs. Welch eine Überraschung: es sah nach wenig aus, wog aber zwei Schiffspfund (=200 Pfund). Sie wunderten sich und wogen den Flachs noch ein zweites und ein drittes Mal, aber das Gewicht änderte sich nicht. Nichts zu machen, sie bezahlten für zwei Schiffspfund, und der Bauer fuhr glücklich nach Hause. Unterwegs dachte er daran, dass das wohl die Belohnung für seine Hilfe war.

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