Teufel als Zuträger von Schätzen

From Pasakas un teikas
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In der Sēļi-Gemeinde befindet sich ein Bauernhof, den man auch den Dreimaņi-Bauernhof nennt. Auf diesem Bauernhof habe der Teufel gehaust. Früher hatte jeder Bauer einen Hausgott, der das "Herrchen des Hauses" genannt wurde; er war der Beschützer (der Hüter) und der Wohltäter des Hauses. Der Dreimaņi-Bauer aber hielt den Teufel als seinen Hausgötzen. Er half dem Bauer, Reichtümer zu horten und sie zu bewachen. Dafür gab der Bauer dem Teufel zu essen. Zuerst hauste er in einer hohlen Eiche, die auf dem Grund des Hofes steht. Dorthin wurde dem Teufel jeden Tag sein Essen gebracht. Auch die Leute der Nachbarhöfe brachten ihm zu essen oder stellten andere Gaben hin, um sein Wohlwollen zu gewinnen, denn die Teufel erschreckte nachts oft die Leute oder er führte sie irre, so dass sie nicht wagten, dort vorbeizugehen. Dann übersiedelte der Teufel in die Korndarre und später in das Wohnhaus. Der Teufel war dem Bauer ein echter Helfer. Als im Herbst die Diebe kämen um Äpfel zu stehlen, dann plagte der Teufel sie auf verschiedene Weise. Sobald sie auf einen Apfelbaum geklettert waren, konnten sie nicht mehr herunter, die konnten die Zweige nicht schütteln oder die Äpfel nicht in die Säcke zu schütten. Manchmal ließ er sie die Säcke vollschütten, aber dann konnten sie sie nicht mehr tragen. Mitunter erhob sich ein gewaltiges Rauschen und Lärmen. Der Teufel plagte die Diebe so lange, bis der Bauer selbst sie entlassen wollte. Für die Menschen der Umgebung aber bedeutete er ein Unglück, denn er erschreckte sie auf jede Weise und schädigte sie, wo er nur konnte. Aber als einmal in der Nacht im Haus das Feuer ausgebrochen war, erschrak der Teufel selbst und rannte davon. Er lief Querfeld in die Richtung des Aņģis-Sees (der jetzt zugewachsen ist. An seiner Stelle befindet sich jetzt ein Moor, in dem kleine Kiefern wachsen), stürzte sich ins Wasser und verschwand. Auf einem Stein am Seeufer hat er 7 Abdrücke seiner Fußsohlen hinterlassen. Dieser Stein liegt noch heute am Feldrand des Dreimaņi-Hofes, von dünnen, kleinen Kiefern halb verdeckt. Auf dem Stein sieht man 7 Abdrücke wie von Schaffüßen, die von den Leuten die "Teufelsfußsohlen" genannt werden.

Es gibt noch eine andere Sage, die wahrscheinlich zu späterer Zeit entstanden sind, laut der der Teufel auf den Bauer selbst sehr zornig wurde, denn er glaubte, der Bauer habe ihn mit der Feuersbrunst vertreiben wollen. Er versuchte sich zu rächen, indem er ihm verschiedenes Unglück auf den Hals schickte. Zuerst starben der Reihe nach alle drei Kinder des Bauern. In den Nächten des Spätherbstes hörte man ein dumpfes Klopfen, das Kind in der Wiege schrie auf und war kurz darauf tot. Als der letzte Sohn getauft wurde und alle Taufgäste noch anwesend waren, begann jemand fürchterlich mit Ruten und Zweigen ans Fenster zu schlagen. Draußen erhob sich ein gewaltiger Sturm, und das Kind begann furchtbar zu schreien. Gestorben ist es nicht, denn es lebt noch heute, aber man hat es auf einem anderen Hof großgezogen.

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