Teufel als Zuträger von Schätzen

From Pasakas un teikas
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Einmal hatte Šonaks Kartoffeln nach Riga gebracht. Nachdem er sie verkauft hatte, ging er durch die Straßen spazieren und wollte ein paar Besorgungen machen. Auf dem Dom-Markt kam ihm ein Mann entgegen, der ein schönes Kästchen in der Hand trug: ob er nicht den Teufel kaufen wolle?

Das Kästchen sei auch so schön — er solle doch ruhig kaufen!

Nun gut, Šonaks kaufte das Kästchen, es war ja auch nicht teuer. Als er zu seinem Boot zurückkam, öffnete er das Kästchen: es war nur ein Kuh Öhr drin. Da wurde er böse und warf das Kästchen ins Meer. Es war Windstill. Die anderen Leute kamen nicht voran, aber Šonaks Boot fuhr wie ein Dampfer. Als er ans Land ging, kam ihm ein grüner Bursche entgegen und fragte, welche Arbeit er verrichten solle. Nun, sie gingen fischen. Der junge Bursche fischte prächtig. Aber wie lange soll man denn im Wasser bleiben. Man muss ja schließlich wieder ans Land kommen. Kaum stand der Bursche am Ufer, da verlangte er schon wieder Arbeit; wenn er keine Arbeit bekomme, wolle er Šonaks umbringen. Da befahl Šonaks anderen Knechten, so viele Knoten in Leinen zu binden wie nur möglich, und es so schnell zu machen, wie nur möglich. Aber soviel Knoten auch die anderen Männer banden, der Satan löste sie alle ganz allein. Da trug er ihm andere Arbeiten auf, aber was er ihm auch an Arbeit auferlegen mochte, der Bursche war sehr schnell damit fertig. Inzwischen war die Frau von Šonaks gestorben, und die Katzen hatten ihr in der Klete (im Vorratshaus) die Augen aus der Stirn gefressen. Bald konnte er keine Arbeit mehr finden. Aber Šonaks hatte noch einen alten Vater. Der Vater sah, dass es seinem Sohn nun nicht mehr gut ging. Er rief ihn zu sich und belehrte ihn: "Mein Sohn, du musst eine wollene Kette nehmen und den Teufel anbinden, sonst wirst du ihn nicht loswerden. Der Sohn tat es, und der Teufel verschwand.

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