Teufel als Zuträger von Schätzen

From Pasakas un teikas
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In dem jetzigen Kirchkrug von Ērgļi lebte in alten Zeiten ein Wirt, namens Papītis. Die Leute glaubten, der Wirt könne den Menschen den Blick verwirren und stehe in Freundschaft mit unkeuschen (unreinen) Geistern. Viehhändler, die sich in jenem Krug niederließen, wurden von den Dienern des Papītis ausgeraubt und wer weiß wohin verschleppt. Am nächsten Morgen stellte man nur fest, dass die Händler verschwunden waren. Kein Wunder, dass Papītis durch solche Untaten schnell reich geworden war: er fuhr schon in eigener Kutsche mit einem Kutscher auf dem Kutschbock umher. Die Leute fürchteten den teuflischen Mann und gingen ihm aus dem Wege, wann und wo sie es nur konnten. Und wie sollten sie sich auch nicht fürchten: tat man nicht so, wie er es wollte, dann wusste man schon, was einen erwartet. Niemand konnte dagegen Papītis etwas antun oder seinen bösen Absichten Widerstand leisten. Papītis war eine Geißel für die Leute. Einmal kam ein Viehhändler in die Gegend, der auf den Rat guter Leute nicht hören wollte und sich in dem Krug von Papītis niederließ, um dort zu übernachten. Damals hatte man die Schlafkammern für die Reisend im oberen Stockwerk. Dort hatte man auch dem Viehhändler eine Kammer zugewiesen. Der Viehhändler aber — um sich vor bösen Träumen und unreinen Geistern zu schützen — hatte auf allen Wänden der Schlafkammer Kreuze gezeichnet. Dann legte er sich ins Bett, schlief aber nicht ein. In der Nacht — es konnte gegen zwölf Uhr sein — ging Papītis hinaus und pfiff laut dreimal hintereinander. Auf sein Pfeifen hin kam ein Männchen — ein böser Geist — herbeigeeilt. Papītis hieß ihn, das Geld des Viehhändlers zu rauben und ihn selbst zu verschleppen. Der böse Diener wollte den Auftrag gleich ausführen, aber diesmal gelang es ihm nicht. Wie er es später Papītis erzählte, habe der Viehhändler riesige Eisensperrklötze um sich aufgestellt (das waren die Kreuze, die er aufgemalt hatte), er habe sie nicht fortwälzen können. Von da an wussten alle Rat, und nun konnte Papītis Niemand mehr etwas Böses antun.

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