Teufel als Zuträger von Schätzen

From Pasakas un teikas
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Einmal in alten Zeiten wollte ein Mann nach Rīga fahren. Er hatte schon alles gepackt, verließ das Haus und wollte abfahren, da bemerkte er, dass die Hofhunde eine Schwarze Katze auf den Baum gejagt hatten, die sie jetzt anbellten und die sie wohl totbeißen wollten. Da tat dem Mann die Katze leid. Er zog den Hunden eins mit der Peitsche über und rief: "Nun, ihr Unholde, was verfolgt ihr das arme Kätzchen!"

Da ließen die Hunde von der Katze ab. Die Katze kletterte schnell hinab und floh. Der Mann aber setzte sich in seinen Wagen und machte sich auf den Weg nach Rīga. Er fuhr und fuhr. Schließlich hielt ein Herr ihn an und fragte ihn, ab er ihn nicht ein Stück Weges mitnehmen könnte. Der Mann hatte ein schwaches Pferdchen und sagte, das werde sie beide ja gar-nicht ziehen können. Der Herr aber sagte, er solle sich gar nicht um das Pferd kümmern, und für das Jahren wolle er ihn gut entlohnen. Da war der Mann schließlich einverstanden. Der Herr setzte sich neben ihn in den Wagen, und nun fuhren sie beide los. Sie fuhren und fuhren, und das Pferd trabte so munter, dass der Mann sich wundern musste: in knapp drei Stunden waren sie in Riga angekommen. Beide kehrten in einen Krug ein, aßen und tranken, und als es Abend wurde, da sagte der Herr zu dem Mann, er solle einen Sack nehmen, sie wollten zu seinem, des Herrn, Schatzkeller gehen, weil er ihn für das Mitnehmen entlohnen wolle.

Der Mann nahm zwei Säcke und beide gingen los, um das Geld zu holen. Sie gingen und gingen. Schließlich stiegen sie in einen Keller hinab, in dem große Haufen von Gold- und Silbergeld lagen. Der Herr füllte den einen Sack des Mannes mit Gold, den anderen mit Silber. Aber nun brauchten sie Licht. Da strich der Herr sich den Finger über die Zähne, und sogleich begann der Finger hell wie ein Span zu brennen. Da erschrak der Mann, denn nun merkte er, dass er mit dem Teufel zu tun hatte, und rief aus: "Du liebes Gottchen!"

Aber nun wurde der Herr sehr böse: er habe den Namen seines Feindes angerufen. Er lief aus dem Keller und schlug die Tür hinter sich zu, indem er dem Mann noch zurief, er solle, wenn er ihn noch einmal nötig haben sollte, über seine linke Schulter sehen. Der Mann blieb mit seinen Beiden Geldsäcken im Keller und konnte nicht mehr hinaus. Am nächsten Morgen kamen die Herren der Bank und fanden den Mann mit den Geldsäcken im Keller. Man verurteilte ihn zum Tode am Galgen, wie es für einen Bankräuber gerecht war. Und noch an demselben Tag wurde er zum Galgen gebracht, und man wollte ihn schon aufhängen. Da merkte der Mann, dass sein letztes Stündchen gekommen war. In diesem Augenblick fiel es ihm ein, dass er über seine linke Schulter gucken sollte. Nun, der Mann guckte über seine linke Schulter und erblickte den Teufel, der mit einem Strohbündel angerannt kam. Der Teufel befreite den Mann vom Galgen, legte die Schlinge um das Strohbündel und sprach zu dem Mann: "Jetzt wirst du sehen, wie man statt deiner das Streubündel prügeln und aufhängen wird!"

So geschah es auch. Man begann das Strohbündel so zu schlagen, dass Stroh in der Luft herumwirbelte. Nachdem sie es gehörig verprügelt hatten, wurde es aufgehängt.

Am nächsten Abend brachte der Teufel den Mann in denselben Keller, nachdem er ihn geheißen hatte, drei Säcke mitzunehmen und nachdem er ihn ermahnt hatte, ja nicht den Namen seines Gegners anzurufen. Beide füllten die Säcke mit Silber und Gold dann schickte der Teufel den Mann los, sein Pferdefuhrwerk zu holen. Der Mann kam vorgefahren, der Teufel lud die Säcke in den Wagen und nun fuhren beide nach Hause. Als sie nicht mehr weit von dem Hof des Mannes waren, sprach der Teufel zu ihm:

"Jetzt habe ich für dich viel Gutes getan dafür, dass du mich vor den Hunden errettet hast, denn ich war die schwarze Katze, aber nun musst du auch für mich etwas tun. Versprich mir das, was du Neues zu Hause vorfinden wirst, das bei deiner Abfahrt noch nicht da war!"

Der Mann jedoch dachte: "So leichtfertig kann man keine Versprechungen abgeben!" Er hatte eine schwangere Frau zu Hause gelassen, vielleicht war ihm in seiner Abwesenheit ein Kind geboren worden. Nein, das könne er dem Teufel nicht versprechen.

Da schlug der Teufel ihm vor, dass er bei seiner Ankunft als erstes zu seiner Frau sagen solle: "Frau, Teufel in deinem Herzen!"

Nun, der Mann versprach, dass er das tun wollte, und beide fuhren auf seinen Hof. Der Teufel blieb draußen im Wagen sitzen, der Mann ging ins Haus. Und wahrhaftig — die Frau kam zu ihm mit einem kleinen Kind entgegen, dass sie geboren hatte, während der Mann in Riga gewesen war. Aber da zuckte der Mann zusammen: wie sollte er nur das Herz der Frau dem Teufel überlassen! Er beschloss es nicht zu tun, und sagte stattdessen: "Frau, der Teufel in deinem Hintern!"

Da die Frau von der ganzen Sache nichts wusste, begann sie aus vollem Halse zu lachen. Aber der Teufel hörte wohl, dass der Mann nicht so gesprochen hatte, wie sie unterwegs vereinbart hatten. Darüber wurde er sehr zornig, sprang aus dem Wagen und rannte fluchend davon, indem er noch rief, dass er nicht mehr der Freund des Mannes bleiben wolle, da er sein Wort nicht gehalten habe.

Der Teufel war mit solcher Wucht aus dem Wagen gesprungen, dass der Wagen zerbrach. Aber dem Mann blieben ja die Geldsäcke, so dass er für sein Leben und auch noch für das Leben seiner Kinder genug Geld hatte.

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