Teufel als Zuträger von Schätzen

From Pasakas un teikas
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In einem Dorf lebte ein Pfarrer. In die alte Kirche des Dorfes hatte der Blitz eingeschlagen und sie war niedergebrannt. Der Pfarrer sprach zu seiner Gemeinde, dass es nötig sei, eine neue Kirche an der Stelle der alten zu erbauen. Die Bauern fuhren Steine herbei, die Maurer begannen die Kirche zu mauern. Alle Bauern der Gegend waren an dem Steine Fahren beteiligt, nur ein einziger Bauer wollte davon nichts wissen. Die Anderen aber zwangen ihn dazu, und der Pfarrer schalt ihn auch noch aus, dass er für die Kirche nicht einmal eine Fuhre Steine herbeischaffen wolle. Da dachte der Bauer bei sich: "Was soll zu tun, ich werde doch, gehen und eine Fuhre Steine für den Bau der Kirche hinfahren müssen!" Der Bauer lud eine Fuhre Stein und brachte sie zu der Baustelle. Unterwegs begegnete er einem Mann, der fein angezogen war und einen Hut auf dem Kopf hatte. Der Mann fragte den Bauer: "Wohin bringst du die Steine?" Der Bauer antwortete: "Ich bringe sie dorthin, wo die Kirche gebaut wird.

Da rief der Mann aus: "Bist du denn verrückt geworden? Steine willst du bringen — und dann auch noch umsonst? Niemand wird es dir bezahlen! Wirf die Steine lieber aus dem Wagen und fahren wir beide ins Städtchen. Ich kaufe dir Hopfen und Malz und du wirst ein schönes Bier brauen. Dann werde ich dich besuchen, bei dir trinken und gut dafür bezahlen." Der Bauer überlegte lange. Dann sagte er: "Gut!" Er stieß die Steine aus dem Wagen, setzte sich zusammen mit dem reichen Herrn hinein und fuhr zum Städtchen. Im Städtchen kaufte der Herr Hopfen und Malz und übergab sie dem Bauer. Der Bauer fuhr nach Hause, der Herr mit dem Hut aber ging seines Weges. Zu Hause angekommen, ging der Bauer ans Bierbrauen. Eines Tages war das Bier fertig. Der Bauer lud viele Gäste ein. Alle trinken zusammen mit dem Bauer und warten auf den feinen Herrn mit Hut, der versprochen hatte, zum Biertrinken zu kommen. Zu vereinbarten Stunde kam der Herr mit Hut angefahren. Der Bauer bat ihn gleich an den Tisch. Der Herr nahm den Hut nicht von dem Kopf, auch die Handschuhe zog er nicht aus. Der Bauer füllte ein Glas und reichte es dem großen Herrn. Aber der Herr sprach zu ihm: "Was gibst du mir ein Glas zu trinken? Gib mir gleich eine ganze Maß!" Der Bauer füllte einen Maßkrug, der Herr trank ihn leer. Der Bauer füllte einen zweiten Krug, der trank auch den leer. An der Tür stand der Häuslersohn, ein Bursche von etwa 25 Jahren, und schaute unentwegt den Herrn an, aber für den Häuslersohn war kein Platz am Tisch. Der Mantelsaum des Herrn verschob sich, und da konnte man unter dem Mantel einen Schwanz erblicken. Der Bursche schaut den Herrn noch immer an und schien große Wut auf ihn zu bekommen. Er ergriff einen Stein und warf ihn so gegen den Kopf des Herrn, dass der Hut davonflog. Und nun konnten alle sehen, dass der Herr Hörner an der Stirn hatte. Jetzt verstanden sie, was das für ein Herr war. Der Bursche verprügelte den Herrn noch ordentlich, dann schlug er Fensterscheiben ein und zerschlug alles Geschirr. Der Großherr sah, dass es ihm schlecht ergehen konnte. Da sprang er zum Fenster hinaus und floh, man weiß nicht — wohin. Die Gäste des Bauern verließen sein Haus und gingen heim. Als der Bauer am nächsten Morgen erwachte, sah er, dass alle Fensterscheiben und alles Geschirr zerschlagen waren. Als er die Scherben vom Tisch aufzusammeln begann, sah er, dass ein großer Haufen Goldgeldes auf dem Tisch lag. Nun konnte der Bauer für das Geld neue Fensterscheiben einsetzen, neues Geschirr kaufen und neues Bier brauen. Auch diesmal lud er Gäste ein, aber der Herr mit dem Hut war nicht dabei. Der Herr mit dem Hut war der Teufel selbst gewesen. Der Bauer hatte so viel Geld bekommen, dass er noch heute dafür Bier brauen und gut leben kann, aber Steine für den Kirchbau hat er bis zum heutigen Tag nicht gebracht.

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