Teufel als Zuträger von Schätzen

From Pasakas un teikas
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Comments: Hier ähnelt der Teufel ganz dem Drachen oder der Vilce. P. Š.


In alten Zeiten konnte man in Rīga Teufel in Kohlegestalt zu kaufen bekommen. Wer eines solchen kleinen Stück Kohle besaß, der wurde bald reich. Ein geiziger und raffgieriger Bauer besaß eine solche Kohle. Seinen Leuten gab er sehr schlechtes Essen. Der Teufel brachte jede Nacht drei Goldstücke und drei Roggengarben heim; dafür musste der Bauer ihm einen Eimer Milch geben. Einmal hieß der Bauer ihn Steine für den Hausbau herbeizuschaffen. Der Teufel musste die Steine von weit her schleppen und als er das Dižkārtas-Tal erreicht hatte, krähte plötzlich der Hahn. Da musste er die Steine fallen lassen und selbst nach Hause laufen. Deshalb gibt es im Dižkārtas-Tal noch heute viele Steine; sie liegen dort in solchen Mengen, dass man es gar nicht schaffen kann, sie alle auszuheben und wegzubringen. Einmal bekam der Knecht zu wissen, an welchem Ort der Bauer und der Teufel zusammenkamen. Er beobachtete, was er tat, und sah, dass der Bauer einen Eimer mit Milch zur Korndarre trug. Der Knecht beschloss, die Milch auszutrinken und den Teufel anzuführen. Als der Teufel nach Hause kam und statt Milch nur Wasser in seinem Eimer fand, wurde er sehr böse und steckte die Korndarre in Brand. Selbst kroch er in eine Radbüchse und wollte von da aus zusehen, was der Bauer machen werde. Der Bauer erschrak sehr, als er die Korndarre brennen sah. Wohl versuchte er, die Flammen zu löschen, aber vergeblich. Die Flammen loderten nur noch höher. Der Knecht aber hatte beobachtet, wo der Teufel geblieben war. Er schnitzte schnell zwei Spundhölzer aus Espenholz und verspundete die Radbüchse, die er dann in die Flammen warf. Sofort war das Feuer erloschen. Nun ergriff der Knecht die Radbüchse und brachte sie zum Moor, wo er sie hineinwarf. Seit der Zeit leben die Teufel im Moor.

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