Der Teufel hilft dem Jäger

From Pasakas un teikas
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Einmal begegnete ein Jäger im Walde einem alten Manne, der ihm ein großes Jagdglück versprach, wenn er nur bereit sei, sich ihm für einige Jahre zu unterwerfen. Gut, er versprach ihm, sich — glaube ich — 40 Jahre lang ihm zu unterwerfen. (Der Alte war der Teufel selbst.) Von dem Tag an hatte der Jäger ein solches Jagdglück, dass er seine Jagdbeute mit einem Pferdefuhrwerk nach Hause bringen musste. Er verkaufte sie in der Stadt für viel Geld. Die Zeit verging und das 40. Jahr war schon vor der Tür. Aber gerade in diesem Jahr hat er sich eines Tages gewaltig erschrocken: er hörte einen Lärm und sah, dass der Teufel drei Hirsche mit der Peitsche vorwärts trieb. In seiner Angst schlich er hinter einen Baum, damit der Teufel ihn nicht bemerke. Aber kann man sich vor dem Teufel verstecken! Der Teufel sah ihn gleich und sagte: "Ein Hirsch für den, der hinter dem Baum steht!" Da dachte der Jäger: "Was nutzt es da noch, sich zu verstecken!" Er legte an und schoss nach dem Hirsch. Der Hirsch fiel. Diese Begebenheit erzählte der Jäger jedoch in der Stadt dem Mann, der ihm den Hirsch abkaufte. Der Käufer belehrte ihn: "Der Teufel wird dich dieses Jahr — die vereinbarten 40 Jahre sind gleich um — töten. Deshalb will ich dir drei Pistolen geben: auf dem Heimweg wird sich der Teufel dir dreimal in den Weg treten. Sobald du es merkst, schieße rückwärts aus einer der Pistolen." Gut. Ja, und so war es auch. Als er sich seinem Hof näherte — es war schon Abend — blieb das Pferd plötzlich stehen. Da schoss er gleich rückwärts über seine Schulter aus der ersten Pistole — und die Straße war wieder frei. Er setzte den Weg fort. Aber nach einer Strecke blieb das Pferd wieder stehen. Da schoss er aus der zweiten Pistole — und die Straße war frei. Als er vor den Hoftor kam, sah er: Mitten auf dem Torweg steht der alte Teufel, und die Hunde bellen ihn wie verrückt an. Aber im Haus schlafen schon alle. Da dachte er wohl, dass sein letztes Stündchen gekommen sei, aber er schoss doch noch rückwärts aus der dritten Pistole. Und sobald er den Schuss abgefeuert hatte, war der Teufel verschwunden. Am anderen Morgen war vor dem Tor eine tiefe grübe zu sehen — die hat der Teufel ausgescharrt.

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