Der Teufel hilft dem Jäger

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Ein Herr hatte einen Jäger, der lange Zeit kein Glück hatte. Wie er auch den Wald durchstreifen mochte, er konnte keinen einzigen Vogel schießen. Eines Tages musste er wieder mit leeren Händen heimkehren. Da wurde er so ärgerlich, dass er ausrief: "Wenn ich doch dem Teufel begegnen könnte!" Da — woher er kam, woher nicht — war der Teufel gleich zur Stelle. Was er wünsche?

"Was sollte ich denn schon anderes Wünschen — Vögel schießen zu können, das wünsche ich mir!"

"Ja, dann musst du mir sieben Jahre dienen und mit deinem Blut unterschreiben, dass du mir deine Seele vermachst — dann wirst du jede Menge Vögel schießen können."

Gut — sie wurden sich einig. Jetzt hatte der Jäger immer prächtiges Jagdglück. Wohin er sich auch wenden mochte — überall kamen ihm Vögel vor das Gewehr. Die sieben Jahre aber gingen ihrem Ende zu. Der Jäger ging betrübt umher — bald musste er seine Seele dem Teufel übergeben. Da belehrte ihn ein alter weiser Mann: er müsse aus einem Kreuzrubel eine silberne Kugel gießen lassen und mit ihr den Teufel erschießen. Gut. Am letzten Tag des siebten Jahres begab sich der Jäger mit der Kugel aus dem Kreuzrubel in den Wald. Als der Teufel auf ihn zukam, feuerte er ihm die Kugel in die Brust. Seit der Zeit hat der Jäger den Teufel nicht mehr gesehen. Ein anderer Erzähler aus Dundaga schließt die Sage so: als die vereinbarten sieben Jahre zu Ende gingen, ging der Jäger betrübt im Wald umher. Da war auch der Teufel zur Stelle: warum er so betrübt sei?

"Ja, wie soll ich denn nicht betrübt sein, dass ich wegen einer so geringen Sache wie Vögel es sind, meine Seele verlieren soll."

"Nun, wenn du mir einen solchen Vogel zeigen kannst, wie ich noch nie in meinem Leben gesehen habe, dann will ich dich diesmal loslassen!"

Ja — morgen wolle er ihm einen solchen Vogel zeigen. Der Jäger grübelte und grübelte, woher er einen solchen Vogel nehmen sollte, den der Teufel noch nie gesehen hatte. Nachdenklich ging er nach Hause und erzählte alles seiner Frau. Da sagte die Frau: "Das macht nichts, lieber Mann, es wird noch alles gut werden!" Am nächsten Tag wusste die Frau bereits Rat. Sie zog sich nackt aus und beschmierte sich mit Teer.

Dann wälzte sie sich in Federn (es waren verschiedene Federn) und legte sich auf alle Viere in Erwartung des Teufels. Der Teufel kam und hob den Schwanz (das geteerte Haar) des Vogels an. Da rief er verwundert aus: "So ein Wunder! Der hat ja Zähne im Hintern! Einen solchen Vogel habe ich wahrhaftig noch nie gesehen!" Nachdem der Teufel so gesprochen hatte, verschwand er und belästigte den Jäger nie mehr, selbst wenn man ihn darum gebeten hätte.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox