Der Teufel hilft dem Jäger

From Pasakas un teikas
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Man kann es erreichen, dass andere für dich alles tun und arbeiten, was du willst: man muss nur am Gründonnerstag in die russische Kirche gehen und ein Beutelchen Hostien zu bekommen zu versuchen. Dann muss man in den Wald gehen und die Rinde etwas von einem Baum lösen, um das Beutelchen dahinter zu stecken. Nun soll man versuchen, rückwärts gehend über die linke Schulter auf die Stelle zu schießen. Triffst du, dann werden die Teufel alles für dich tun. Dabei darf man sich aber nicht nach dem Baum umdrehen; schaut man hin, so erscheint auf der einen Seite des Baumes die Jungfrau Maria, auf der anderen Seite der Herr Jesus — und schon kann man nicht mehr schießen.

Ein mutiger Mensch hat das so gemacht. Er geht am Gründonnerstag zur Kirche, stiehlt ein Beutelchen Hostien bringt es in den Wald, löst die Rinde vom Baum, steckt das Beutelchen dahinter, ergreift seine Büchse und schießt über die linke Schulter auf den Baum.

Nun befahl er den Geistern einen Strick aus Sand zu drehen. Nach kurzer Zeit war der Strick fertig. Aber als er ihn zu zerreißen versuchte, riss er durch — er war noch zu schwach. "Ihr müsst einen besseren Strick drehen," sagt er, und nach einer Weile haben die Teufel einen so starken Strick gedreht, den man nicht mehr zerreißen kann. Dann streut er Schnupftabak in den Sand und befiehlt den Teufeln: "Sammelt den Tabak wieder ein!" Nicht lange, da ist der Tabak wieder in der Dose. Sie machten alles, was er von ihnen wollte. Sie erbauten ihm ein schönes Haus und füllten es mit kostbaren Sachen. Er konnte nicht mehr ausdenken, welche Arbeit er sie noch verrichten lassen könnte. Aber er fand keine Ruhe mehr — täglich verlangte jemand Arbeit von ihm. Der Reiche Mann fühlte sich nicht glücklich, er erzählte Anderen, wie er zu seinem Reichtum gekommen war. Ein Mann belehrte ihn, sich in der Korndarre zu bekreuzigen und dann zu dem Baum zu eilen, auf den er geschossen hatte. Er solle sich nur nicht fürchten: Flammen würden dort lodern, Donner grollen und Blitze zucken, aber er solle nur so lange ruhig vor dem Baum bleiben, bis alles vorüber sei. "Dann wirst du wieder ruhig nach Hause gehen und in Frieden leben können, und niemand wird mehr von dir Arbeit verlangen," sagte man ihm. Er tat, wie man ihm geraten: er lief durch die Korndarre, bekreuzigte sich und eilte dann in den Wald an den Baum (auf den er geschossen hatte). Aber da begann Donner zu grollen, Feuerflammen loderten und Blitze zuckten, so dass ihm vor Angst die Haare zu Berge standen. Das Furchtbare, was er an dem Baum erlebte, war so gewaltig, dass er es nicht überstand, sondern auf der Stelle verstarb. Am nächsten Tag wurde er — verdreht und gekrümmt — vor dem Baum gefunden.

Es gab noch einen anderen solchen Schlaukopf. Auch er begab sich am Gründonnerstag in die Kirche, stahl ein Beutelchen mit Hostien, brachte es in den Wald, steckte es hinter die lose Rinde eines Baumes, ergriff sein Gewehr, legte es auf die linke Schulter und wollte schon den Hahn abdrücken; aber unwillkürlich schaute er zurück. Da sieht er: an der einen Seite des Baumes steht die Jungfrau Maria, an der Anderen der Herr Jesus. So wie er das sieht, fällt ihm die Büchse aus der Hand. Und dann ist auch weiter nichts geschehen.

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