Die Teufel vertauschen Kinder

From Pasakas un teikas
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Comments: Solange ein Kind noch nicht getauft ist, muss man jede Nacht an seinem Bettchen eine Kerze brennen lassen, denn häufig ist es geschehen, dass der böse Geist die Kinder vertauscht hat. Einmal hat man ein solches vertauschtes Kind aufgeschnitten: da hat man — in der Haut des Kindes — einen alten Besen gefunden. Ein Wechselbalg sei daran zu erkennen, dass er sehr unruhig sei und viel weine. Daher auch das Sprichwort: "Weint wie ein Wechselbalg!" L. P.


Auf einem Bauernhof, wo die Bäuerin ein Neugeborenen hatte, war ein Bettler eingekehrt, der sich am Abend auf die Ofenmauer schlafen gelegt hatte. In der Nacht kam jemand herein sah sich in der Stube um und sagte dann, dass man das Kind noch nicht bekommen könne. Nach einer Weile kam er nochmals herein und sagte — ja, jetzt sei es wohl möglich (das Kind zu bekommen.) Er ging in die Küche und man hörte ihn dort hacken. Währenddessen nahm der Bettler das Kind der Bäuerin zu sich und legte an dessen Stelle ein Kleiderbündel hin. Als der Fremde aus der Küche hereinkam, ergriff er das von dem Bettler gebündelte Kind und legte sein eigenes in die Wiege, das fremde Kind schrie fürchterlich. Da hieß der Bettler die Bäuerin, den Ofen anzumachen und ihm den Schreihals zu geben. Er warf es in den Ofen, und es verwandelte sich in einen Birkenscheit. Dann übergab der Bettler der Mutter das echte Kind, indem er sagte: "Seht, das ist euer Kindchen!" Die Bäuerin ließ aus Dankbarkeit den Bettler nicht mehr fort, sondern behielt ihn auf dem Hof, bis er starb.

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