Die Teufel vertauschen Kinder

From Pasakas un teikas
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Es lebte einmal ein reicher Bauer mit seiner jungen Frau. Er liebte sie sehr. Nach einiger Zeit gebar die Frau ein Kind. Der Mann wusste vor Freude gar nicht mehr, was er tun, was er lassen sollte. Er eilte an das Bett, in dem seine Frau und das Kind lagen und fragte sie:

"Sag mir ganz schnell, Ieviņa, ist es ein Sohn oder ist es eine Tochter?"

"Es ist ein Sohn, lieber Mann!," antwortete die Frau.

"Gott sei Dank, dass es ein Sohn ist!," rief der Mann und lief hinaus. Er ging im Dorf umher und erzählte allen Leuten, dass ihm ein Sohn geboren worden sei. Die Frau lag im Bett; und überlegte:

"Wen sollte man als Paten nehmen?" Mit dem Gedanken schlief sie ein. Nach einer Weile kam der Mann heim. Er nahm sein Kind auf den Arm, küsste es und sprach: "Ein Sohn! Wirst du wirklich meine Nase, meine schönen Augen haben?" Die Frau hörte seine Worte und sagte: "Nein, er wird meine Nase haben!" Deine ist nicht schön!," entgegnete der Mann. "Das ist ja nicht wahr, widersprach die Frau, "sieh, wie schön gebogen sie ist, deine dagegen sieht wie ein Kohlkopf aus!" So stritten sie sich ihres Söhnchens wegen. Schließlich sagte die Frau: "Weißt du, ich überlege schon die ganze Zeit, welche Paten wir für das Kind nehmen sollen?" "Die werden wir schon bekommen?," antwortete der Mann.

"Und welchen Namen wollen wir ihm geben?," fragte wiederum die Frau. "Das weiß ich noch nicht," entgegnete der Mann, "das wollen wir uns noch überlegen."

"Aber ich weiß es schon!," rief die Frau aus: "Varenais!" (etwa: der Kraftvolle, der Mächtige). Da begann der Mann über seine Frau zu lachen: "Das ist ja kein Name für einen Menschen, das ist ja ein Pferdename!" "Nun, dann Severins!" Der Mann wollte sich nicht noch länger mit der Frau streiten und sagte, er sei einverstanden. Kurz darauf kam sein Nachbar mit seiner Frau, um das Kind zur Taufe zu bringen. Die Bauersleute nahmen ihre Nachbarn gut auf und bewirteten sie mit Bier. Als es an der Zeit war, das Kind zur Taufe zu bringen, sprach die junge Mutter zu ihrer Nachbarin:

"Halte meinen Sohn nur schön warm, Nachbarin, sieh zu, dass er sich nicht erkältet!"

"Gut, gut," antwortete die Nachbarin und fragte: "Welchen Namen wollt ihr denn dem Kinde geben?" "Severins," antwortete die Bäuerin. "Wie war das?," fragte jetzt auch der Nachbar.

"Seviņguls! Oder war es nicht so — sag du es ihm, Frauchen." sprach der Bauer. Da wurde die Frau böse und rief:

"Wenn du schon den Namen nicht behalten kannst, dann wird dieser Pate es erst recht nicht können. Suche lieber einen anderen!" Die Nachbarn gingen fort. Da holte der Mann eine Madaļa und ihren Mann. Zuerst trank man auf die Gesundheit des Kindes, aber als die Paten dann nach seinem Namen fragten, rief der Mann von Madaļa aus: "Ach Gottchen! Einen solchen Namen höre ich zum ersten Mal in meinem Leben. Nein, ich will nicht das Kind zur Taufe bringen!"

Als der Bauer das hörte, sprach er zu seiner Frau:

"Gefällt denn dir ein solcher Name, den kein Mensch gehört hat. Man muss sich ja die Zunge zerbrechen, um ihn auszusprechen."

Aber die Frau beharrte auf ihre Wahl und rief: "Ich will diesen Namen für mein Kind. So geh und hole Ance und ihren Mann!" Der Bauer zog los und holte Ance. Alles ging gut; als sie jedoch losfahren wollten und nach dem Namen des Kindes fragten, da meinte Ance: "Wie soll ich einen solchen Namen aussprechen können. Dann fahre ich doch lieber nicht zur Kirche!" Und sie ging wieder fort. Nun begann der Mann die Frau zu schelten, dass sie ihm eine solche Schmach angetan habe. Da weinte die Frau und schrie: "Aber ich will und will den Namen haben!" "Nun, dann geh selbst und suche Paten!," sagte der Mann. Die Bäuerin trat an das Bett, nahm ihr Kind auf den Arm und begann nun dem Manne zu schmeicheln: "Geh zu Jezups, er ist gut, er wird unsere Bitte erfüllen können. Seine Schwester wird auch mitkommen. Geh, lieber Mann, geh zu ihm, wenn du mich lieb hast!" Und der Mann gehorchte. Jezups war schlau. Er hatte schon von der ganzen Geschichte gehört und versprach, alles gut zu erfüllen. Er kam zusammen mit seiner Schwester, wurde mit Branntwein und Bier bewirtet, fragte nach dem Namen des Kindes und fuhr mit dem Kind davon. Der Bauer und seine Frau waren glücklich, dass sie endlich einen Paten bekommen hatten, der alles richtig verstand. Sie blieben zu Hause und warteten. Unterwegs zur Kirche fragte Jezups seine Schwester:

"Erinnerst du dich an den Namen des Kindes?"

"Nein", antwortete die Schwester.

"Ich auch nicht," gab Jezups zu. "Nun, macht aber nichts, so geben wir ihm einen anderen. Wir Bauern brauchen einen solchen Namen nicht."

Das gefiel der Schwester jedoch nicht.

"So fahren wir doch lieber zurück," meinte sie und wollte ihren Bruder überreden, wieder zurückzufahren. Aber Jezups war zornig und dachte bei sich:

"Was soll der Teufelsname, ich werde ihm lieber einen anderen geben!" Und er sagte zu seiner Schwester: "Jetzt erinnere ich mich wieder, der Name war Turkenspors!" Die Schwester, die sowieso nichts verstanden hatte, gab sich zufrieden.

Sie trugen das Kind in die Kirche. Der Pfarrer fragte sie:

"Welchen Namen soll das Kind bei der Taufe erhalten?"

"Ich weiß es nicht! Jezups, sag du es!," sagte die Schwester.

Da bekam auch Jezups Angst, denn er wusste nicht mehr, welchen Namen er seiner Schwester genannt hatte, und meinte:

"Du erinnerst dich doch an den Namen, den ich dir unterwegs genannt habe!"

"Nein, ich weiß es nicht mehr," antwortete die Schwester.

Da sagte der Pfarrer:

"Ich habe nicht so viel Zeit. Sagt mir schnell den Namen des Kindes; wisst ihr ihn aber nicht mehr, so kommt ein anderes Mal!"

"Nein, ein anderes Mal nicht, das geht nicht!," schrie Jezups.

Da fragte der Pfarrer wieder:

"Ist das Kind ein Sohn oder eine Tochter?"

"Das wissen wir nicht," antworteten die beiden Paten.

Nun lachte der Pfarrer und sagte: "Dann wisst ihr ja auch

nicht, wessen Kind das ist, das ihr auf den Armen haltest — vielleicht ist es ein Teufelskind!"

Da bekam Jezups Angst und flüsterte seiner Schwester zu:

"Nimm und halte du das Kind!" "Nein, ich fürchte mich," flüsterte die Schwester zurück und lief hinaus zum Pferd. Der Pfarrer wollte das Kind selbst nehmen und es sich ansehen, um es dann taufen zu können, aber Jezups ließ das Kind nicht aus den Armen und lief seiner Schwester nach. Sie setzten sich in den Wagen und fuhren los. "Wohin wollen wir fahren?," fragte die Schwester.

"Wir wollen diesen Teufel in den Wald bringen und ihn dort zurücklassen, dem Bauer aber sagen wir, dass das Kind ein Teufel war und selbst in den Wald geflohen ist."

So taten sie es denn auch: sie ließen das Kind im Walde und kehrten selbst ins Dorf zurück. Dort erzählten sie dem Bauer das, was sie sich ausgedacht hatten. Der Bauer glaubte es nicht und erschlug in seinem Zorn Jezups und seine Schwester. Dann brachte er die Toten in den Wald. Auf der Rückfahrt erblickte er sein Kind; als er herankam, sah er, dass da wahrhaftig ein Teufel saß und weinte. Nun wollte der Bauer auch das Kind erschlagen, aber er verstarb selbst auf der Stelle. Auch seine Frau lebte nicht lange. Aus Angst wurde sie krank, und der Teufel holte sie und brachte sie auf sein Schloss.

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