Die Teufel führen die Menschen an

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Es begab sich einmal in alter Zeit: ein alter Mann fuhr an einem Samstagabend mit einer Mehlfuhre von der Mühle nach Hause. Er irrte vom Weg ab und geriet in einen Sumpf. Das Pferd und die Fuhre sanken ein, und er kam nicht mehr weiter. Da schirrte der Alte das Pferd ab, zog es mit großer Mühe aus dem Sumpf und begab sich auf die Suche nach einem Nachtquartier. Nicht weit entfernt von der Unglücksstelle fand er ein kleines Haus. Der alte ging hinein und bat um Nachtlager. Zu Hause war nur die alte Bäuerin, die ihm das Nachtlager auch nicht verwehrte und sagte, er solle sich zur Ruhe begeben.

Der Alte legte sich in der Ecke auf Erbsenstroh hin und schlief bald ein. Um Mitternacht schrak er jedoch vom Schlaf auf, da er die Haustür knarren hörte. Der Alte sperrte die die Augen auf, um zu sehen, wer hereinkommen würde.

Zwei feine Jungherren kamen herein und begaben sich an den Backofen, wo auf der Bank Brotlaibe aufgereiht waren. Sie nahmen einen davon. Der eine Jungherr betrachtete den Brotlaib und sagte dann: "Nein, den kann man nicht nehmen, auf dem ist ein Kreuz drauf."

Die beiden Jungherren legten den Brotlaib wieder zurück und nahmen einen anderen. Nachdem sie ihn von allen Seiten besehen hatten, sagten sie: "Nein, den können wir auch nicht nehmen, der ist ja auch mit einem Kreuz gezeichnet." Sie legten auch den zweiten Brotlaib zurück. Nacheinander nahmen sie alle Brotlaibe in die Hand und besahen sie, aber alle waren mit einem Kreuz gezeichnet.

Da wurden die beiden Jungherren wütend, und der Eine sagte:

"Wir wollen die Hütte in Brand stecken!"

"Gott behüte!," rief da der Alte aus, der das Gespräch belauscht hatte.

Als er diese Worte ausgesprochen hatte, verschwanden die beiden Jungherren ganz plötzlich.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox