Die Teufel führen die Menschen an

From Pasakas un teikas
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Einmal wollte ein Zigeuner ein Pferd stehlen. Die Pferde grasten auf einer Wiese nicht weit von dem Bauernhof entfernt. Der Zigeuner hatte sich im Gebüsch versteckt. Er wartete nun darauf, dass sich ein Pferd weiter von den übrigen absondern und sich dem Walde nähern würde. Dann wollte er es stehlen.

Der Teufel, der gesehen hatte, wie der Zigeuner sich versteckt hatte und der seine Absicht erriet, beschloss den Zigeuner anzuführen.

Der Zigeuner hockt im Gebüsch und wartet auf die Beute. Auf einmal trennt sich das allerschönste Pferd von der Herde und nähert sich dem Gebüsch. Der Zigeuner weiß gar nicht mehr was er vor Freude machen soll. Er springt auf den Rücken des Pferdes, vergisst aber ganz, dem Pferd das Zaumzeug anzulegen, und reitet zu seinem Lager.

Das Pferd trabt so stolz, dass der Zigeuner sich vor Freude gar nicht lassen kann, aber bald verwandelt sich seine Freude in Furcht; das Pferd unter ihm wird immer größer und größer und galoppiert so schnell wie der Wind, so dass der Wind dem Zigeuner um die Ohren saust.

Der Zigeuner hält sich an der Mähne des Pferdes fest. Er will das Vaterunser beten, hat es aber in seiner Angst vergessen und kann nur noch ausrufen: "Gottchen, du siehst mich ja, Gottchen, du siehst mich ja!" Bekreuzigen kann er sich auch nicht, denn er muss sich an der Mähne festhalten. Das Pferd galoppiert nur weiter und gerade auf den Fluss zu. Da sieht der Zigeuner, dass sein letztes Stündchen gekommen ist. Er reißt allen Mut zusammen und springt ab. Das Pferd aber verschwindet in den Fluss. Am anderen Ufer jedoch springt der Teufel ans Land, lacht und ruft:

"Erkennst du noch dein Pferd? Jetzt wirst du wohl nicht mehr Pferde stehlen gehen!"

Und wahrhaftig, der Zigeuner hatte die Nase voll, und er nahm sich vor, nie mehr Pferde zu stehlen.

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