Die Teufel führen die Menschen an

From Pasakas un teikas
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Etwa sechs Werst von der Doblener Landstraße entfernt, die nach Kalna-muiža führt, befindet sich ein hoher Berg, den man den Karnavu-kalns nennt. Die Landstraße führt mitten über den steilen Berg. Auch weiter führt sie über mehrere Hügel, aber dieser Berg ist der höchste von allen. Auf beiden Seiten des Berges befinden sich tiefe Schluchten. Kommt man von Dobe1e, so befindet sich auf der linken Seite des Berges der Bērze-Fluss. Auf der rechten Seite breitet sich ein großes Moor aus. Dort hat man beim Torfstechen altertümliche Geldmünzen und zwei große merkwürdige Kessel gefunden, von denen man annimmt, dass sie aus der Schwedenzeit stammen. Bei starkem Wind haben einsame Wanderer schon oft dröhnendes Glockengeläut gehört, das aus dem Sumpf heraufzusteigen schien. Um die Mittagszeit haben sich dort einsamen Wanderern oder Fuhrleuten verschiedene Spukgestalten gezeigt.

Ein Brauereiknecht ist eines Mittags zum K.-Gut gefahren, wo sich eine Brennerei befand. Er brachte zwei große Fässer mit und wollte Branntwein holen. Da erblickte er auf der Straße vor den Pferden einen Deutschen in roten Hosen und blauem Hemd. Er hatte einen Pferdefuß und einen Hahnenfuß. Der Deutsche lief auf die Pferde zu, indem er mit ausgebreiteten Armen fuchtelte. Die Pferde erschraken und rannten in die Schlucht. Die Pferde erschlugen sich, der Wagen und die Fässer wurden zerschmettert. Den Burschen fand man tot unter den Trümmern. Seine Augen waren unnatürlich weit aufgerissen — als hätte er etwas Furchtbares erblickt.

Ein Fronarbeiter ist zur Mittagszeit über den Berg gegangen. Auf einmal erblickte er einen schwarzen Ziegenbock mit riesiger. Hörnern, der große feurige Augen hatte. Der Ziegenbock lief auf den Mann zu und bearbeitete ihn mit seinen Hörnern. Zum Glück kamen Soldaten des Weges. Da ist der Ziegenbock sogleich. verschwunden — nur blauer Rauch und Schwefelgeruch zog noch hinter ihm her. Die Soldaten fanden den Mann bewusstlos auf der Erde. Er war noch lange krank von den Schlägen, die der Ziegenbock ihm versetzt hatte.

Einmal ist auch die Erzählerin selbst um die Mittagszeit über den Berg gegangen, um ihre Patentante zu besuchen, die in einem Krug an der Kalnamuiža — Landstraße lebte. Plötzlich hörte sie Räderrasseln hinter sich. Sie sah sich um und erblickte eine schwarze Kalesche, die von sechs Rappen gezogen wurde. Die Kalesche kam so schnell wie der Wind angebraust. Die Erzählerin begann vor Angst so schnell zu laufen, dass ihr schon das Blut aus der Nase rann. Eine ganze Woche lief sie noch wie betäubt nach der ausgestandenen Angst umher.

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