Die Teufel führen die Menschen an

From Pasakas un teikas
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Ein junger Mann beschloss in die Welt zu ziehen und in der Fremde sein Glück zu suchen. Unterwegs begegnete er einer Frau, die ein Kind auf dem Arm trug. Da fragte sich der Jüngling: "Wird mein Lebensweg glücklich sein?"

Er setzte seinen Weg fort. Er begegnete einem alten Mann, der auf einem Stein am Straßenrand saß. Der Bursche ging auf den alten Mann zu und fragte ihn: "Warum sitzest du hier, Väterchen?"

Der Alte antwortete nichts darauf. Der Bursche blieb eine Weile vor ihm stehen, dann ging er weiter. Er ging und ging, da sah er: er nähert sich dem Walde, und bald wird es Nacht werden. Er ging durch den Wald. Da erblickte er auf einem Berg ein schönes junges Mädchen in weißen Kleidern, die ihm zurief: "Errette mich! Ich lebe schon seit dreihundert Jahren auf diesem Berg. Mein Vater hat mich verflucht. Erbarme dich meiner!" Der Bursche überlegte nicht lange: er wollte gleich auf den Berg eilen und das Mädchen holen, aber da rief sie ihm wieder zu: "Du wirst mich nicht holen können, sondern mein Schicksal nur noch schwerer machen. Dann werde ich nie mehr die Sonne sehen. Errette mich auf andere Weise!"

Der Bursche blieb eine Weile stehen, sagte nichts mehr und setzte dann seinen Weg fort. Aber er überlegte immerzu, wie er das schönes Mädchen erretten könnte. Er hatte nie gebetet, denn er glaubte nicht an Gott. Hatte er einmal zu beten begonnen, so fielen ihm gleich andere Dinge ein, die ihn ablenkten und das Gebet verwirrten. Nachdenklich ging der Bursche weiter. Da erblickte er denselben alten Mann, der am Wegrand saß. Wieder ging der Bursche auf den Alten zu und fragte ihn:

"Warum hockst du hier, Väterchen?"

Und wieder antwortete der Alte nichts darauf. Da stieß der Bursche mit dem Fuß nach dem Alten, der umfiel und sich sogleich in einen Teufel verwandelte. Er sprach: "Ich werde dir helfen, das junge Mädchen zu bekommen, aber du darfst nicht mit dem Fuß nach mir stoßen!"

Der Bursche lachte auf und ging weiter. Er geht und sieht: wieder kommt ihm dieselbe Frau mit dem Kind auf dem Arm entgegen Der Bursche wollte sie etwas fragen, aber auch sie ging schweigend vorbei, und er setzte seinen Weg fort. Auf einmal sieht er — ein schwarzes Pferd steht vor ihm. Da erschrak der Bursche und bekreuzigte sich. Das Pferd verschwand auf der Stelle. Da kam dem Burschen der Gedanke, dass er beten und Gott anrufen müsse. Er fiel sogleich auf die Knie und betete die ganze Nacht. Am nächsten Morgen erhob er sich und wollte zurückkehren. Da sieht er: vor seinen Fußen liegt eine große bunte Schlange mit drei Köpfen. Da erschrak der Bursche noch mehr und eilte nach Hause so schnell er nur konnte, um dort zu Gott zu beten. Auf dem Rückweg kam er an demselben Berg vorbei und blieb dort lange stehen und wartete, ob er das schöne Mädchen wiedersehen werde. Aber sie zeigte sich nicht mehr. Wie er später erfuhr, hatte der Teufel sie aus der Hölle heraufgeschickt, um seine Seele einzufangen. Der Bursche kam auf seinen Hof zurück, lebte dort und dachte nicht mehr daran, sein Glück in der Fremde zu suchen.

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