Die Teufel führen die Menschen an

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten lebte in einem Dorf ein Schlaukopf, der sich für einen Besprecher ausgab. Er war noch ziemlich jung und tat keine Arbeit, sondern ging von Ort zu Ort und sprach zu den Leuten: "Gebt mir zu essen und gebt mir Geld! Tut ihr das nicht, so werdet ihr euch noch an mich erinnern müssen!" Wer Angst vor ihm hatte, der gab ihm zu Essen und auch Geld, wer keine Angst hatte, der lachte ihn nur aus. Ein Bauer verendete das Pferd, einem zweiten die Kuh, einem dritten der Hammel. Die Bauern verstanden nicht, wie das geschehen konnte. Aber der Besprecher sagte: "Das geschah ihm deshalb, weil er über mich gelacht und mich verspottet hat." Die Menschen begannen ihn zu fürchten, denn er hatte ja auch wirklich angedroht, ihnen einen Schaden zuzufügen.

Auf diese Weise wurde der Besprecher sehr bald berühmt. Einmal ging er mit seinem Nachbarn spazieren und erblickte einen großen Wolf. Der Nachbar erschrak und wollte fliehen, aber der Besprecher sagte: "Weil du an mich nicht geglaubt hast, wirst du dem Tode nicht entgehen." Und zu dem Wolf sprach er: "Mein Freund, dieser Mann glaubt an meine Wunderkräfte nicht, denn er fürchtet sich, obwohl er mit mir zusammen ist. Deshalb friss ihn auf der Stelle auf!" Als der Nachbar seine Worte hörte, bat er flehentlich, ihn am Leben zu lassen.

Aber der Besprecher (der Zauberer) antwortete: "Dem Tode kannst du nun nicht mehr entgehen, denn ich bin der Teufel selbst." Wie der Nachbar auch flehen mochte, der Wolf fraß ihn auf. Der Besprecher ging ruhig nach Hause. Als die Frau des Nachbarn ihren Mann nicht zurückerwarten konnte und nachdem sie vergeblich überall nach ihm gesucht hatte, begab sie sich zu dem Zauberer, um von ihm die Wahrheit zu erfahren. Da sprach er zu ihr: "Ich weiß, dass der Wolf deinen Mann im Walde zerrissen hat, damit er eine Lehre bekam, aber wenn du bei mir als meine Frau bleiben willst, dann werde ich dir meinen Reichtum und mein Geld hinterlassen." Die Frau des Nachbarn überlegte lange, dann blieb sie bei dem Zauberer. Nach der Hochzeit sagte der Zauberer zu seiner Frau:

"Ich habe einen Sohn von meiner ersten Frau. Würdest du ihn aufnehmen?" "Warum denn nicht?," antwortete die Frau. Dann brachte der Zauberer einen kleinen Teufel ins Haus und übergab ihn seiner Frau. Die Frau erschrak und fragte: "Ist das dein Sohn?" "Ja," antwortete der Zauberer. "Ach Gottchen," rief sie aus, "das ist doch ein Teufel!" Und als sie anfing, sich zu bekreuzigen, flohen der Zauberer und sein Sohn in den Wald. Die Frau kehrte auf ihren eigenen Hof zurück und erzählte allen Leuten im Dorf, was das für ein Mann war, den sie für einen Besprecher gehalten hatten. Viele Leute versammelten sich und machten sich auf, nach dem Besprechen zu suchen. Aber sie konnten ihn nirgends finden. Dann versammelten sie sich in der Kirche, wo der Teufel sie nicht belauschen konnte, und beschlossen, ihn einzufangen und zu verbrennen. Sie wollten in einem anderen Dorf ein Festgelage veranstalten und waren ganz sicher, dass der Teufel sich dort einfinden würde. Und so war es auch. Als die Leute sahen, dass der Besprecher (der Zauberer) eintraf, wiesen sie ihm einen Ehrenplatz am Tisch zu.

Er begann zu prahlen, welchen Schaden er dem Einen oder dem Anderen zugefügt habe und verlangte, man solle ihm Geld geben. Aber jeder der Anwesenden gab ihm ein Kreuz. Da wurde er wütend und wollte ausreißen, aber die Leute begossen ihn mit Weihwasser und verbrannten ihn. Seit der Zeit gab es weniger Teufel die sich Besprecher oder Zauberer nennen, auf dieser Welt, und die Leute konnten friedlicher in ihren Dörfern leben.

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