Die Teufel locken Menschen in fremde Vorratshäuser

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Comments: M. Šimiņš aus Brukna hat Lerchis-Puškaitis eine Sage zugesandt, in der Jupis einen Darrofenheizer durch die Luft nach Rīga gebracht und in einen Tabakspeicher geführt hat (VII, 1, 221, 30). Jupis wird hier wohl anstelle des Teufels eingesetzt worden sein. P. Š.


Ein armer Darrofenheizer heizte am Weihnachtsabend den Darrofen und knabberte an einem Heringsschwanz. Da betrat der Gutsverwalter die Korndarre: "Was nagst du zu Weihnachten an einem Heringsschwanz, hast du denn kein Fleisch?" "Habe ich nicht! Was soll ich denn machen, wenn ich nichts habe?"

"So komm mit — und du bekommst so viel Fleisch, wie du nur haben magst!" Da dachte der Darrofenheizer bei sich: "Nun, wenn der Gutsverwalter es sagt, dann wird es schon stimmen", und er ging mit. Aber unterwegs fiel es ihm ein: "Sonderbar — der Gutsverwalter ist doch erst heute zu Besuch gefahren und wollte erst am dritten Tag wieder zurückkehren. Wieso ist er auf einmal in die Korndarre gekommen? Aber wer kann schon seine Wege wissen! Ich muss ihm wohl folgen, mal sehen, wo er mich hinführt?" Er führte ihn an das Vorratshaus des Gutshofes und forderte ihn auf, hineinzugehen. Da sagte der Darrofenheizer, das könne er nicht, denn die Tür sei ja verschlossen. Da trat der Gutsverwalter mit dem Fuß gegen die Tür — die Tür sprang auf. Da ging der Gutsverwalter an einen Getreideverschlag heran und holte einige Seiten geräucherten Schinken hervor, indem er zu dem Darrofenheizer sagte, er solle sich davon so viel Abschneiden, wie er wolle. Der Darrofenheizer sagte, er habe kein Messer. Da sagte de Gutsverwalter, er werde so viel abbeißen, wie er wolle, er möchte ihm nur zeigen, wie viel er nötig habe.

Der Darrofenheizer machte mit dem Finger einen Strich auf den Schinken und sagte: "Bis hier — dann wird es genügen." Als der Gutsverwalter sich nun anschickte, das Stück abzubeißen und seinen Mund weit aufsperrte, sah der Darrofenheizer, dass er so lange und scharfe Zähne hatte wie die Stoßzähne eines Ebers. Jetzt begriff er wohl, dass das kein guter Geist sein konnte und rief aus: "Herrgott, was habt Ihr für lange Zähne!" Sobald er "Herrgott'" ausgerufen hatte, schleuderte der Gutsverwalter den Schinken in den Verschlag zurück, rannte wie der Wind zur Tür hinaus, schlug sie hinter sich zu und ließ den Darrofenheizer allein in dem Vorratshaus zurück. Der Arme begann zu poltern und zu rufen, man möchte ihn hinauslassen, aber vergeblich. Die Leute, die fröhlich gefeiert hatten, schliefen wie tot. Nun, er suchte sich ein paar Säcke zusammen und legte sich schlafen. Am nächsten Morgen kam der Pferdepfleger in das Vorratshaus, um Mehl zu holen und erblickte den Darrofenheizer, der sich auf dem Fußboden ausgestreckt hatte. Da fragte er ihn, wie er denn hereingekommen sei. "Ach, der Gutsverwalter selbst hat mich hereingelassen!" "Wieso? Wie konnte der Gutsverwalter dich hereinlassen, wenn er selbst gar nicht zu Hause ist?" Nun erzählte der Darrofenheizer ihm alles, was sich in der Nacht begeben hatte. Und der Gutsverwalter war niemand anders als der Teufel selbst gewesen.

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