Die Teufel locken Menschen in fremde Vorratshäuser

From Pasakas un teikas
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Einmal veranstaltete ein reicher Bauer aus der Gemeinde Kurmene ein prächtiges Festgelage. Unglücklicherweise ging bei dem Fest der Branntwein aus. Damit die Gäste keinen Grund hätten zu sagen, man habe sie nicht gut bewirtet, machte sich der Bauer selbst auf den Weg und fuhr nach Schönberg, um Branntwein zu holen. Als er in der Weinhandlung ankam, war es gegen halb zwölf Uhr. Er stärkte sich mit ein paar Gläschen und trat dann, nachdem er alles Nötige besorgt hatte, den Heimweg an.

Vor dem Schlosstor begegnete er dem ehemaligen Gutsverwalter, der bereits seit langer Zeit gestorben war. Der Gutsverwalter bot ihm Speck an. Der Bauer, der ziemlich angetrunken war, verwunderte sich über ein solches Angebot, dachte jedoch: ein solches Glück kann man ja nicht in den Wind schlagen. Und er folgte dem Gutsverwalter. Beide zusammen betraten sie das Vorratshaus, dasselbe Vorratshaus, das noch heute östlich von der Schöneberger-Schule steht. Der Gutsverwalter ließ die Tür etwas angelehnt, nahm ein ordentliches Stück Schinken und begann es mit den Zähnen zu benagen. Der Bauer verstand, dass der Gutsverwalter das Stück Schinken durchbeißen wollte. Das Beißen gelang ihm auch recht gut, der Schinken war bereits so gut wie durchgebissen; aber da betrachtete der Bauer aufmerksam das Gesicht des Gutsverwalters und erblickte an seiner Stirn zwei kleine Hörner. Er hatte sehr große und helle Augen sehr lange und rote Zähne und in den Schaft seines Stiefels steckte ein Kuhschwanz. Der Bauer erschrak so sehr, dass er sich kaum zu bekreuzigen vermochte. Sobald der Bauer sich aber bekreuzigt hatte, verschwand der Gutsverwalter. Da erschrak der Bauer noch mehr und suchte nach der Tür, die er erst nach ein paar Stunden finden konnte. Aber da hatte er ein neues Pech: die Tür war verschlossen. Es blieb ihm nur noch eine Möglichkeit — auf den Morgen zu warten. Als die Schlossdiener am nächsten Morgen in das Vorratshaus kamen, wunderten sie sich sehr, auf welche Weise der Bauer da hineingekommen sein mochte. Sie verhörten ihn und entließen ihn dann nach Hause.

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