Velni baznīcā pieraksta grēciniekus / Teufel schreiben in der Kirche die Sünder an

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Source
About subject(s)
About topic(s)
About place(s)
Original metadata:
Collector
Informant(s)
Place of recording Kandava
Year of recording
Age of informant
Other publications
Comments
Latviski (edit) Deutsch (edit)
Vienam māc'te'am bīs viens puik', kas bīs dikt' svēts. Katrreiz puik' gās māc'te'am līdz uz altar' un kad māc'te's kāps kancelē teikt sprediķ', tad ar vi'š, puik', kāp's līdz. Tamdēļ, ka vi'š bīs dikt' svēts, vi'š varē's vis's neredzam's liets redzt. Bet tas viņam nav bīs brīv teikt, ko redzē's, tad vi'š būt' apgrēko'ies un būt' palic's tāds pats, kā kurš katrs cilvēks un neredz't' vairs nekad neredzam's liet's. Katr' reiz' vi'š, puik', baznicē uz kancel' redze's, ka ienāc's vells baznicē ar liel', liel' vērš' ād uz pleciem un nostā'ies plān' vidē, atloc'ies ād' vaļam un sāc's uzrakst't uz vēršād' ikvien' baznic' jaud', kas va' nu ar kād parune'ies, va' nu atkal kāds gule's, snaud's, vārd' sakot, kas vien tik nav uzklause'ies māc'te'a vārdiem. Bet puikam to nav bīs brīv nevienam teikt — pat ne savam tēvam — ka vi'š redze's vell ienākam baznicē, ka vi'š, vells tos, kas apgrēko'šies, uzrakste's uz vēršād'. Kad vi'š, puik', to būt' teic's, tad ar viš būt apgrēko'ies. Vienē svē'dienē vells ar tād' paš' liel' vēršād' ienāc's baznicē un bī's jau viscaur piln' ād' pierakste's, kad vēl kād' jāuzrakst, kas snaud'š; bet ād', par nelaim', bī's viscaur' piln', ka vairs nekur rūm's uzrakst't. Dome's, dome's, vells, kur nu uzrakst't kas rakstam': drīz' atrad's padom'. Vi'š piemīns ar kāj vien' gal' vēršāde' un otr' gal' paņēms un iekod's zobos — un nu tik stiep's un vilc's, ka vis' vēršād' krakške's un brikše's. Nez kā vērš'ād' viņam no kāj' apakš's izsprāg's laukē un vi'š atkrit's augšpēd' kā bluķ's gar zem'. Puik' to uz kancel redz'dams, ka vells atkrit's augšpēd' gar zem', pasme'ies, dom'dams, ka to vi'š, vells, neredz's. Bet nu tav' spital', tas tev neredz's vis! Līdz ko uzcēlies augšam, tūlin šo puik' pirme' uzrakste's; jo no liel's stiepšan's ād bī's brang' izstiep'sies. No ta laik' puik' nevien neredzam' liet' vairs nav vare's redz't un ar' vairs nekad nav vare's redz't vel' nākam baznicē, rakstam uz vērš'ād' tos, kas apgrēk'šies. Ein Pfarrer hatte einen kleinen Sohn, der sehr fromm war. Er folgte seinem Vater an den Altar, und wenn der Pfarrer auf die Kanzel stieg, um seine Predigt zu halten, folgte er ihm auch auf die Kanzel. Weil er so fromm war, konnte er auch unsichtbare Dinge sehen. Aber er durfte nicht sagen, was er gesehen hatte, denn dann hätte er gesündigt und wäre so geworden wie alle anderen Menschen. Dann hätte er auch keine unsichtbaren Dinge mehr sehen können. Jedes Mal, wenn der kleine Junge auf der Kanzel stand, sah er, dass der Teufel mit einer großen Rinderhaut die Kirche betrat und sich mitten in den Kirchenraum hinstellte. Dann entrollte er die Rinderhaut und schrieb darauf alle Leute auf, die entweder miteinander leise redeten oder während der Predigt einschliefen oder einnickten — mit einem Worte, er schrieb alle diejenigen auf, die dem Pfarrer nicht aufmerksam zuhörten. Aber der Junge durfte es niemandem erzählen — nicht einmal seinem eigenen Vater — dass der Teufel in die Kirche kam, um alle diejenigen, die sich versündigten, auf seiner Rinderhaut aufzuschreiben. Wenn er das weitererzählt hätte, dann hätte auch er sich versündigt. Eines Sonntag kam der Teufel wieder mit einer großen Rinderhaut in die Kirche. Er hatte sie schon vollgeschrieben, da sah er noch jemand, der eingeschlafen war. Unglücklicherweise war auf der Haut kein Plätzchen mehr frei, wo er den Sünder hätte aufschreiben können. Der Teufel überlegte lange, bis er einen guten Einfall hatte. Er trat auf das eine Ende der Rinderhaut mit dem Fuß und nahm das andere Ende zwischen die Zähne. Er zog und streckte und dehnte sie, dass die Haut knackte und knarrte. Auf einmal kam das Ende, das er mit dem Fuß festgetreten hatte, los, und der Teufel fiel rückwärts wie ein Klotz um. Der Junge sah von der Kanzel aus, wie der Teufel auf den Rücken fiel, und lachte auf, glaubte aber, der Teufel werde das nicht sehen. Aber der wird es dir nicht sehen! Sobald er sich erhoben hatte, schrieb er den Jungen als ersten auf, denn die Haut hatte sich ganz schön ausgedehnt. Seit der Zeit konnte der Junge keine unsichtbaren Dinge mehr sehen; er sah auch den Teufel nicht mehr der sonntags mit der großen Rinderhaut in die Kirche kam, um darauf die Menschen aufzuschreiben, die sich in der Kirche versündigt hatten.
Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox