Teufel schreiben in der Kirche die Sünder an

From Pasakas un teikas
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Ein Mann hatte nie gesündigt und war so fromm und gottgläubig, dass er alle Geheimnisse sehen konnte, die für die Sünder nicht sichtbar sind. Er konnte auch trockenen Fußes auf dem Wasser wandeln: als er sonntags zur Kirche ging, ging er nicht mit den anderen die Landstraße entlang, sondern quer über den See. Er versank nicht und seine Füße blieben trocken. In der Kirche sah er, dass der Teufel jeden, der lachte oder beim Abendmahl sündige Gedanken hatte, auf einer großen Rinderhaut aufschrieb. Einmal war der Gottesdienst noch nicht zu Ende, aber der Teufel hatte bereits seine Rinderhaut vollgeschrieben. Da packte der Teufel die Rinderhaut zwischen die Zähne und wollte sie ausdehnen, um noch einige aufschreiben zu können. Beim Dehnen und Strecken entschlüpfte ihm ein Wind. Der heilige Mann musste ein wenig lachen; aber auf dem Heimweg sank er schon bis zu den Knien ins Wasser: so hatte er sich versündigt, indem er in der Kirche gelacht hatte.

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