Teufel schreiben in der Kirche die Sünder an

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten lebte in den Wäldern ein Einsiedler, der viel betete. Der Einsiedler hatte noch nie in seinem Leben Menschen gesehen. Als die Leute eines Tages durch den Wald zur Kirche gingen, erblickten sie einen Mann, der von einem gefällten Baum zum anderen, von einem Balken zum anderen sprang und zählte: "Der Eine für Gott, der Andere für mich!" Als der Einsiedler die vielen Menschen sah, fragte er sie, wohin sie gehen. Die Leute antworteten: "Zur Kirche, um Gott anzubeten."

"Wo befindet sich die Kirche?" fragte der Einsiedler. Die Leute zeigten ihm die Richtung und sagten: "Man muss um den See herumgehen."

Die Leute gingen weiter, aber der Einsiedler ging trockenen Fußes auf dem Wasser über den See. Als der Einsiedler die Kirche betrat, sah er, dass es keine Menschen, sondern Teufel waren, die die Kirche füllten. Auch vor dem Altar stand kein Pfarrer, sondern ein Teufel. Es waren auch Fromme darunter, aber nur ganz wenige. Lange stand der Einsiedler da. Dann drehte er sich um und schaute hinauf zum Chor: dort saß ein großer Teufel mit einer Feder in der Hand und schrieb auf einer Rinderhaut. Der Teufel hatte die Haut bereits vollgeschrieben. Dann packte er sie zwischen die Zähne und zog und zerrte daran, um sie auszudehnen. Da konnte der Einsiedler nicht mehr widerstehen: er begann zu lachen. Aber der Teufel schrieb auch ihn gleich auf. Auf dem Rückweg wollte der Einsiedler wieder den See überqueren. Aber sobald er auf das Wasser trat, sank er. So musste der Einsiedler um den See herumgehen. Nun begann er von neuem zu beten und Gott um Vergebung der begangenen Sünde bitten. Seit der Zeit ist der Einsiedler bis zu seinem Tode nie wieder in die Kirche gegangen. Als er verstarb, ging seine Seele in das Himmelreich ein.

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