Die Teufel fordern Menschen zum Zweikampf auf

From Pasakas un teikas
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Es lebte einmal bei einem Bauer ein Bursche, den man dem starken Krišs nannte. Er hatte eine solche Kraft, dass es keinen anderen in der ganzen Gegend gab, der ihn beim Ringen hätte besiegen können. Krišs prahlte mit seiner großen Kraft und pflegte dann zu sagen: "Und wenn der Teufel selbst mit mir ringen würde, ich würde auch ihn besiegen!" Einmal begab es sich nun, dass der Teufel sich meldete. Es war an einem Samstag zur Zeit der Heumahd. An jenem Tag wollte die Arbeit gar nicht vorankommen. Die Magd Ilze wurde von einer Otter gebissen und musste nach Hause gebracht werden. Dem starken Krišs zerbrach dreimal der Stiel der Heugabel. Dann waren wieder die Pferde im Walde verschwunden, so dass man nicht nach Hause fahren konnte. Bis man die Pferde wiederfand und sie vor den Heuwagen spannte, war es schon dämmerig geworden. Auf dem Heimweg musste man vier Werst durch einen Wald fahren, der von den Leuten der Spukwald genannt wurde. Der Bauer selbst mit einem Knecht fuhr eine ganze Strecke voraus, ihm folgte Krišs mit anderen Mägden und Knechten. Krišs, der wahrhaftig tüchtig gearbeitet hatte, verspürte keine Müdigkeit, sondern konnte noch ein munteres Liedchen pfeifen. Mitten im Walde erblickten die Knechte ein schwarzes Schwein und trieben es heimwärts, denn sie dachten, es sei der schwarze Eber des Nachbarn. Da verwandelte sich das Schwein in einen Hund, der fröhlich bellend neben der Heufuhre herlief. Etwas später verwandelte sich der Hund in einem Menschen, der hurtig neben ihnen herging und sich mit ihnen unterhielt. Schließlich forderte der Fremde Krišs zum Ringen auf. Man musste es dem starken Krišs nicht zweimal sagen. So auch jetzt: er sprang sogleich von der Fuhre herab. Beide rangen dreimal miteinander, aber jedes Mal warf Krišs den schwarzen Mann wie einen Spreusack zu Boden. Er begann schon zu prahlen und lachte den Schwarzen aus: er solle noch ein paar Mal kräftige Mahlzeiten zu sich nehmen und erst dann kommen, um mit ihm zu ringen. "Nun, nicht so hitzig, mein Freund!," sagte der Schwarze, "wir wollen jetzt Mann gegen Mann kämpfen und nicht mehr drei gegen einen!"

"Was sollen denn deine Worte bedeuten? Ich bin ja auch allein!," sagte Krišs und lachte.

"Nun, ich habe gemeint, du sollst dich künftig nicht mehr bekreuzigen, bevor du mit mir zu kämpfen beginnst."

"So soll es nach deinem Willen geschehen, du Herz eines Lammes, du hast ja nicht einmal soviel Kraft wie der lahme Jēcis von Kuplasti, der den Wind in den Straßengraben wehen kann!" Nachdem Krišs das gesagt hatte, begann er wieder mit dem Fremden zu ringen, aber diesmal hatte er kein Glück. Der schwarze Mann schleuderte ihn mit einer solchen Wucht auf die Erde, dass ihm alle Knochen krachten und er kein Glied mehr rühren konnte. Da sagte der Schwarze: "Das geschieht dir deshalb, weil du so oft geprahlt hast: "Und wenn der Teufel selbst mit mir ringen wollte, ich würde ihn besiegen!" Nun wirst du nie mehr solche Worte gebrauchen," sprach der Schwarze und verschwand in den Wald. Nach diesem Kampf lag Krišs lange auf dem Krankenlager. Nachdem er langsam genesen war, war von dem starken Krišs nichts mehr zu merken, er war nur noch der Schatten eines Menschen, den jeder Windhauch umzuwerfen drohte.

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