Die Teufel tragen die Menschen durch die Luft

From Pasakas un teikas
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Zur Zeit der Leibeigenschaft lebte auf dem Gutshof von Smiltene ein böser Vogt. Er schikanierte die Fronarbeiter auf jede Weise. Als auf dem Gutshof gedroschen wurde, nahm jeder Fronarbeiter von zu Hause ein kleines Säckchen mit. Das wurde auf dem Gutshof mit Korn gefüllt und man versuchte es nach Hause zu bringen, denn in jenem Jahr war das Getreide schlecht gediehen. Als der Vogt davon erfuhr, passte er auf, und wen er mit einem gefüllten Kornsäckchen erwischte, dem ließ er Stockschläge verabreichen, das war so sicher wie das Amen in der Kirche. Er hatte schon mehrere Fronarbeiter ertappt.

Schließlich beschloss ein mutiger Smiltener Bauer dem Vogt eine Lehre zu erteilen. Er versteckte sich in der Nähe der Korndarre und lauerte dem Vogt auf. Die anderen Fronarbeiter waren schon in der Tenne beim Dreschen. Bald darauf kam der Vogt und lugte um die Ecken. Der Bauer schlich sich leise von hinten an ihn heran, packte ihn beim Kragen, warf sich ihn auf den Rücken und rannte so schnell er nur konnte mit dem Vogt zum Teperu ezers. Als er an den See kam, krähte der Hahn. Da schleuderte der Bauer den Vogt aus aller Kraft ins Wasser. Selbst aber lief er zurück, ohne die Zeit zu nehmen, sich auch nur zu bekreuzigen.

Am nächsten Tag wussten alle auf dem Gutshof, dass der Teufel in der vergangenen Nacht den Vogt ins Wasser geworfen hatte. Die Fronarbeiter lachten darüber, aber die Gutsleute glaubten es.

Seit der Zeit wagte es der Vogt nie mehr, in der Dunkelheit den Fronarbeitern aufzulauern.

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