Die Teufel plagen die Menschen

From Pasakas un teikas
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Comments: Dieser und den drei darauffolgenden Sagen entsprechen die Märchen aus dem Band X, S. 14–38. Eine ähnliche Sage hat auch noch die Schülerin E. Līdeka in Lubāna aufgeschrieben und für die Sammlung A. Aizsils eingereicht. P. Š.


Der alte Krauklis ging in der Dämmerung vom Vandari-Hof zum Tērči-Hof, die sich beide in der Aumeisteri-Gemeinde befanden. Ein vornehmer Herr in einer prächtigen Kalesche, die von zwei stolzen Pferden gezogen wurde, holte ihn ein.

Der Herr fragte ihn, ob er nicht eine Strecke Weges mitfahren wolle. Warum denn nicht, wenn der Herr es erlaubt.

"Nun, dann steige nur ein!," sagte der Herr. Der alte Krauklis bestieg die prächtige Kalesche und setzte sich neben den Herrn hin.

Ob er wisse, was das für Pferde seien, die vor die Kalesche gespannt waren, wollte der Herr wissen. Aber nein — der alte Krauklis wusste das nicht. Da sagte und zeigte der Herr: das eine sei sein eigener (des Krauklis) alter Großherr, das andere der Großherr von Klot. Jetzt merkte der alte Krauklis, was das für ein Herr war, und er begann sich zu fürchten.

"Wollen wir zusammen rauchen," schlug der Herr vor und reichte ihm eine prächtige Zigarre. "Aber — hast du Feuer?"

Nein, Feuer hatte der alte Krauklis nicht. Da strich der Herr sich mit dem Finger über die Zähne, und der Finger flammte auf. Beide zündeten ihre Zigarren an. "Es kann nicht anders sein," dachte Krauklis, "es muss der Teufel selbst sein". Und er begann leise bei sich das Vaterunser zu beten. Der Teufel aber sei allwissend wie Gott. Er fragte plötzlich: "Du hast wohl Angst vor mir?"

Ja, was denn sonst? Krauklis fürchtete sich gewiss vor dem Teufel.

Der alte Krauklis fuhr noch eine Strecke mit, dann sagte er:

"Jetzt muss ich aussteigen!"

Der Teufel hielt die Pferde an und ließ den alten Krauklis aussteigen. Beim Abschied schenkte er ihm noch Zigarren und fuhr dann nach Aumeisteri.

Als der alte Krauklis nach Hause kam, wollte er ein wenig mit den Zigarren angeben, die der Teufel ihm geschenkt hatte. Er fasste mit der Hand in die Tasche — und zog eine Hand voll Schweinemist heraus. Von Zigarren keine Spur!

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