Die Teufel plagen die Menschen

From Pasakas un teikas
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Der Gutsvogt ging einmal zur Nachtzeit von Aumeisteri zur Zaķu muiža. In der Nähe des Herrenfriedhofs von Aumeisteri hörte er plötzlich, dass jemand schnell hinter ihm her fuhr. Der Vogt vermochte kaum noch zur Seite zu treten, als er auch schon von einer prächtigen Kalesche, die von zwei Pferden gezogen wurde, eingeholt wurde. In der Kalesche saß ein feiner Herr mit einem glänzenden Zylinderhut auf dem Kopf. Der Herr befahl dem Kutscher die Pferde anzuhalten und sagte:

"Komm, steig ein, ich werde dich ein Stück Weges mitnehmen." Der Vogt fürchtete sich und schlug ein Kreuz. "Zucke keine Blitze, sondern steig ein!"

Als der Vogt noch immer nicht einsteigen wollte, zog der Herr ihn mit einem tiefen Atemzug zu sich hinein und setzte ihn neben sich.

"Du fürchtest dich wohl vor mir?," fragte der fremde Herr, der der Teufel selbst war, den Vogt.

Ja, der Vogt hatte Angst. Dann zog der Herr eine dicke Zigarre aus der Tasche und reichte sie dem Vogt. Der Vogt nahm die Zigarre und wollte sie anstecken, fand aber sein Feuerzeug nicht.

"Hast du kein Feuer?," fragte wieder der Teufel und strich sich dann mit dem Finger über die Zähne. Funken sprühten und der Finger des Teufels flammte auf. Der Teufel hielt den brennenden Finger an der Zigarre des Vogtes und zündete sie an.

An der Wegkreuzung ließ der Teufel den Vogt aussteigen.

"Kennst du das Pferd an der linken Seite?," fragte er ihn.

Nein, der Vogt kannte es nicht.

"Nun, dann geh und hebe sein Vorderbein an!"

Der Vogt gehorchte und hob das eine Vorderbein des Pferds an. Kalte Schauer liefen über seinen Rücken: es war ein Menschenarm.

"Und nun betrachte das Maul des Pferdes!," sagte wieder der Teufel.

Der Vogt tat es — und erblickte den alten Großherrn von Aumeisteri.

"Hast du es erkannt?," fragte nun der Teufel.

"Ja, ich habe es wohl erkannt!," antwortete der Vogt.

Plötzlich war der Teufel mit der Kalesche verschwunden — als wäre er von der Erde verschlungen worden.

Der Vogt ging nach Hause und besah zu Hause bei Licht die Zigarre, die der Teufel ihm geschenkt hatte: es war Schweinemist, bis zur Hälfte abgebrannt.

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