Die Teufel plagen die Menschen

From Pasakas un teikas
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Das hatte der alte Spilva, der damals auf dem Luturi-Gut lebte, erlebt. Er hat es mir selbst vor langer Zeit erzählt. Ich weiß nicht, ob der alte Spilva noch am Leben ist, denn er war schon damals sehr alt und schwach. Es ist anzunehmen, dass er inzwischen diese Welt wohl verlassen haben wird.

Es hat sich so begeben: einmal ging der alte Spilva zur Nachtzeit von Gruntzāle nach Gaujiena. Als er in den Liepiņi-Wald (Gemeinde Aumeisteri) kam, hörte er, dass jemand hinter ihm her fuhr. Spilva trat zur Seite, um den Fahrer vorbeizulassen. Als der Fahrer Spilva eingeholt hatte, hielt er jedoch an und nun sah Spilva, dass der Fahrer ein sehr feiner schwarzer Herr war, der in einer prächtigen schwarzen Kalesche saß, die von vier Pferden gezogen wurde. Der Herr sagte zu Spilva, er solle einsteigen, er werde ihn durch den Wald bringen. Der alte Spilva zögerte und überlegte, aber schließlich stieg er doch ein. Sie fuhren los. Der Herr zog eine Zigarre aus der Tasche und reichte sie Spilva. Spilva nahm zwar die Zigarre, aber er hatte keine Streichhölzer. Da belehrte der Herr Spilva, wie er zu Feuer kommen könne: er solle sich nur mit dem Finger über die Zähne streichen, dann werde der Finger aufflammen Er dürfe sich nur nicht selbst davor erschrecken. Spilva tat wie der Herr ihn geheißen, und da flammte sein Finger mit blauen Flammen auf. Da war es Spilva klar, dass er dem Teufel selbst begegnet sein müsse, denn wer sonst war solcher Kunststücke mächtig. Spilva sagte jedoch nichts, obwohl er höllische Angst hatte.

Nun zeigte der Herr Spilva seine Pferde und fragte ihn, ob er wisse, was das für Pferde seien. Nein, wie sollte denn Spilva auch wissen können, was für Pferde ein fremder Herr hatte. Dann zeigte der Herr auf die Pferde und erzählte ihm: das eine Pferd sei der alte Großherr von Gaujiena, Stahl, das Andere sei der Vogt des Gaujiena-Gutes, und die beiden anderen Pferde seien auch Großherren, die zu ihren Lebzeiten die Leute geschlagen und gehängt hätten. Alle bösen Großherren müssten ihm jetzt als Pferde dienen.

Sie waren schon durch den Wald gefahren und befanden sich in der Höhe des Truci-Hofes der Lesiņi, als plötzlich der Hahn krähte. Da verschwand der Herr mit allen seinen Pferden, und der alte Spilva stand ganz allein mitten auf der Straße. Er besah die Zigarre, die der Herr ihm geschenkt hatte und sah, dass es nur ein Hahnenbein war.

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