Die Teufel plagen die Menschen

From Pasakas un teikas
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Ein Soldat, der 25 Jahre gedient hatte, kehrte in die Heimat zurück. Es war Sommer und sehr heiß. Alle Leute waren bei der Heumahd auf den Wiesen, und der Soldat konnte nirgends etwas zu essen bekommen. Da sah der Soldat, dass Leute die Straße entlanggefahren kamen, die ihre ganze Habe auf die Fuhren geladen hatten. Er ging auf sie zu und fragte sie: "Von wo kommt ihr und wohin fahrt ihr?" Die Menschen erzählten, sie kämen von einem Gutshof jenseits des Berges. Man könne dort nicht mehr leben, weil die Teufel sich auf dem Gutshof eingenistet hätten. Am Tage seien die Teufel friedlich, aber nachts könne kein Mensch auf dem Gutshof bleiben. Der Soldat sagte, dass er Hunger habe, aber die Leute antworteten: "Auf dem Gutshof wird dir niemand etwas zu essen geben!"

Die Leute setzten ihren Weg fort, aber der Soldat begab sich zu dem Gutshof. Er war noch nicht weit gekommen, als ihn ein Reiter überholte. Er hielt sein Pferd an und füttert es mit Fladenbrot. Der Reiter war der Teufel des Gutshofes. Dem Soldaten lief das Wasser im Munde zusammen, aber er bat den Reiter nicht um ein Stück Brot. Nachdem der Reiter sein Pferd gefüttert hatte, verschwand er, der Soldat aber setzte seinen Weg zum Gutshof fort. Als er so ging begegnete er einem alten Manne, der ein Säckchen trug. Der Alte war Gott selbst. Auf einmal ließ der Alte das Säckchen fallen. Der Soldat rief: "Väterchen, Väterchen, du hast dein Säckchen verloren!" Aber der Alte schaute nicht einmal zurück und ging seines Weges. Der Soldat hob das Säckchen auf. In dem Säckchen fand er ein Stück Brot, das er mit großem Behagen aufaß. Nun hatte er keinen Hunger mehr, aber er hatte Durst. "Ach, wenn ich doch etwas Süßsaueres zu trinken hätte!," dachte er. Er öffnete nochmals das Säckchen und fand darin eine Flasche. Der Soldat stillte seinen Durst und kam schließlich auf dem Gutshof an, wo sich die Teufel eingenistet hatten. Der Soldat betrat das erste Zimmer des Gutshauses: ein sehr schönes Mädchen saß dort und sang mit einer wundervollen Stimme. In einer Ecke standen zwei weiche Betten. Der Soldat dachte: "Wie schöne wäre es, mit dem Mädchen eine Nacht verbringen zu können!" Aber das Mädchen war ein Teufel der den Soldaten versuchen wollte. "Nein, ich will es lieber doch nicht tun," beschloss der Soldat und betrat das nächste Zimmer. Das Mädchen hörte auf zu singen. In dem anderen Zimmer befanden sich viele Särge. Der Soldat betrat ein drittes Zimmer. Das dritte Zimmer war ganz leer. Der Soldat breitete seinen Mantel aus und dachte: "Wenn ich doch geweihte Kreide hätte, dann würde ich einen Kreis um mich ziehen, damit die Teufel nicht herankommen können!" Der Soldat schaute noch einmal in das Säckchen: ja, da war ein Stück Kreide. Der Soldat zog die Kreide hervor, zog einen Kreis um sich, streckte sich aus und lag. Da kam der Gärtner angelaufen und rief: "Wie kannst du nur hier schlafen?"

Der Gärtner, der ebenfalls ein Teufel war, wollte den Soldaten packen, aber es gelang ihm nicht: der Kreis ließ ihn nicht heran. Der Gärtner eilte wieder davon. Nach ihm erschienen viele schwarze Katzen. Auch die Katzen wollten sich auf den Soldaten stürzen, aber an dem Kreis prallten sie zurück. Kurz darauf kam der Herr mit seiner Frau. Der Herr hatte einen Sack mitgebracht, den er in eine Ecke stellte. Die Frau hatte Fleisch und eine Flasche Branntwein gebracht. Der Herr sprach zu dem Soldaten: "Ich werde dich für das Austreiben der Teufel gut entlohnen. Komm her und nimm den Sack mit Gold, wir wollen zusammen darauf trinken!"

Der Herr kam mit dem Branntwein, die Frau mit dem Fleisch heran, aber an dem Kreis mussten auch sie stehen bleiben. Da sie den Soldaten nicht überlisten konnten, verschwanden sie wieder. Der Sack war mit Pferdeäpfeln gefüllt, das Fleisch war eine zusammengerollte Schlange und der Branntwein war ein scharfes Messer. Wieder kamen die Kater herbeigelaufen und einer von ihnen sagte:

"Mein Bruder ist der Donner. Er wird gleich einschlagen. Wir wollen in den Kessel springen, damit er den Soldaten erschlagen kann!" Die Kater sprangen in den Kessel. Da sprang auch der Soldat auf, klappte den Deckel zu und kehrte in seinen Kreidekreis zurück. Als nun der Donner einschlug, da wurden alle Kater zerschmettert, der Soldat aber saß heil und munter inmitten seines Kreises. Da kam der oberste Teufel selbst ins Zimmer gerannt. Als er den Soldaten noch am Leben sah, rief er aus: "So bleibe denn selbst hier, uns hast du hinausgeekelt!"

Am nächsten Morgen erhob sich der Soldat und ging durch alle Räume, aber er fand weder das schöne Mädchen, noch die Särge. Der Soldat blieb auf dem Gutshof und lebte glücklich.

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