Die Teufel töten Menschen

From Pasakas un teikas
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Ein Fronvogt begab sich von seinem Gesinde auf den Gutshof und begegnete unterwegs dem Teufel. Plaudernd gingen sie miteinander weiter und stießen auf einen Knaben, der am Wege Schweine hütete. Ein großer Eber war ihm in einen Kartoffelacker gedrungen, und wie er jetzt den Vogt sah, lief er hinter dem Eber her und rief: "Das der, Teufel den nichtsnutzigen Eber hole!" Als der Vogt das hörte, hetzte er den Teufel: "Hör, man bietet dir einen Eber an, und du nimmst ihn nicht? Ich würde ihn mir gleich holen." Der Teufel erwiderte: "Mag der Eber bleiben! Der Hüterjunge ist ein Waisenkind; nehme ich den Eber, so wird der Bauer ihn schrecklich prügeln, und er hat niemand, der ihn in Schutz nimmt. Auch hat der Junge das ja nicht aufrichtig gemeint."

Der Vogt schwieg. Sie gingen weiter und hörten ein kleines Kind bitterlich weinen. Die Mutter schnitt gerade Roggen und hatte keine Zeit, es zu beschwichtigen. Deshalb entfuhr ihr im Ärger das Wort: "Hol dich der Teufel! Der Roggen rieselt aus, der Vater muss auf dem Gute Frondienst tun, niemand ist da, den Roggen zu schneiden und du lässt mir dazu keine Ruhe!" Als der Vogt das horte, hetzte er den Teufel: "Hör doch, man bietet dir ein Kind an, und du nimmst es nicht? Ich würde es mir gleich holen." Der Teufel erwiderte: "Die Mutter hat nur dies einzige Töchterchen, und das sollte ich ihr rauben! Auch hat sie diese Worte gar nicht so gemeint, sie sind ihr nicht von Herzen gekommen!"

Der Vogt schwieg, und sie gingen weiter. Auf den Gutsäckern waren die Knechte bei der Arbeit, und kaum sahen sie den Vogt, als sie ausspien und fluchten: "Wieder ist der Vogt da! Wenn doch der Teufel diesen Menschenschinder holte!" Jetzt wird wohl wieder der Prügel einem auf dem Rücken tanzen." Als der Teufel das hörte, fragte er den Vogt: "Hörst du auch, was die Leute dort, sagen? Die sprechen jetzt einmal aus aufrichtigem Herzen."-"Ach die!," murrte der Vogt, "das ist ja ein Hundevolk, das weder gehorchen noch arbeiten will."-"Mögen sie sein, wie sie wollen, aber sie sprechen jedenfalls aufrichtig, wie es ihnen ums Herz ist, und deshalb gehörst du mir." Mit diesen Worten packte der Teufel den Vogt, drehte ihm das Genick um, ergriff ihn am Schopf, schob ihn in seinen ledernen Ranzen und flog im Wirbelwind mitsamt seiner Beute in die Hölle.

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