Die Teufel töten Menschen

From Pasakas un teikas
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Einmal hatte der Sohn eines Küsters zusammen mit einem sehr gottesfürchtigen und sanften Burschen Religionsunterricht. Seines sanften Charakters wegen wurde der Bursche von den anderen Kameraden der Sanfte genannt. Der Sohn des Küsters war ein leidenschaftlicher Kartenspieler. Einmal wollte er auch den Sanften zum Kartenspiel überreden. Als der Sanfte darauf nicht eingehen wollte, drohte der Sohn des Küsters ihn umzubringen. Schließlich verabredeten sie sich zum Kartenspiel, aber der Sohn des Küsters wollte in der Kirche Karten spielen. Der Sanfte war sehr dagegen, aber der Sohn des Küsters zwang ihn schließlich, seinem Willen zu folgen. Die Burschen, welche am Unterricht teilnahmen, schliefen im Pfarrhaus. Der Sanfte erzählte ihnen, er werde bei dem Küstersohn übernachten, der Küstersohn seinerseits erzählte zu Hause, er werde diesmal bei den anderen Kameraden übernachten. Beide begaben sich in die Kirche. Der Sanfte zitterte vor Furcht. Sie begannen zu spielen. Da kam ein feiner Herr auf sie zu und bat sie, auch ihn mitspielen zu lassen. Da erschrak der Sohn des Küsters ein wenig und fragte den Herrn, wer er sei. Der Herr sagte, er sei einer der Kirchgänger. Er habe sich noch die Kirche anschauen wollen, doch — ehe er sich versehen habe — habe man ihn eingeschlossen. Jetzt sei es ja gut sie würden ihn gewiss hinauslassen. Sie begannen zu spielen. Der Sanfte konnte seine Angst die ganze Zeit nicht loswerden. Auf einmal fiel ihm eine Karte auf die Erde. Als er sie aufhob, bemerkte er, dass der Fremde einen Pferdefuß und einen Kuhfuß hatte. Da begriff der Sanfte sogleich, dass es schlimm um sie stand, und bekreuzigte sich. Auf einmal wurde der fremde Herr unruhig und sagte, man müssen ihn (den Sanften) lieber fortschicken, einen dritten brauche man bei dem Spiel gar nicht Da ließ der Küstersohn den Sanften gehen, ermahnte ihn aber, Niemand etwas zu erzählen, was in der Kirche vor sich ging. Der Sanfte lief so schnell er konnte zum Pfarrhaus zurück. Den Kameraden erzählte er, dass der Küstersohn Gäste bekommen und ihn deshalb entlassen habe. Am nächsten Morgen erschien der Küstersohn nicht zum Unterricht, und der Küster begann nach seinem Sohn zu fragen. Da erzählte der Sanfte weinend alles. Nun lief man zur Kirche, den Küstersohn zu suchen, aber man fand nur zerfetzte Kleidungsstücke und einzelne Körperteile.

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