Die Teufel töten Menschen

From Pasakas un teikas
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Es lebten einmal zwei Brüder: Andrīvs und Jākobs. Sie lebten einträchtig zusammen. Einmal beschlossen sie zu heiraten und heirateten zwei Schwestern. Die Brüder lebten noch einige Jahre, dann starben sie. Die Frauen blieben allein und trauerten um ihre Männer. Eines Abends saßen sie zusammen und sprachen: "Wenn doch unsere Männer uns im Traum erscheinen und erzählen würden, wie es ihnen in der anderen Welt geht!" Bald darauf legten sie sich schlafen. Die ältere Schwester und ihre Kinder gingen ins Vorratshaus zum Schlafen, die jüngere blieb im Haus. Die ältere Schwester war noch nicht eingeschlafen, als sie hörte, dass jemand an der Tür klopfte. "Wer klopft da?," fragte sie "Ich, dein Mann Andrīvs," antwortete eine Stimme draußen vor der Tür, "lass mich herein, ich bin gekommen, um mit dir zu plaudern." Die Schwester erkannte die Stimme ihres Mannes Andrīvs und ließ ihn herein. Die Schwester freute sich sehr, ihren Mann wiederzusehen. Sie unterhielten sich und sie fragte ihn: "Und wo ist Jākobs?" "Jākobs ist in der Stube bei seiner Frau," antwortete ihr Mann. Dann schlug der Mann seiner Frau vor, ins Haus zu gehen und sich zu mehr zu unterhalten. Plötzlich erwachte das Kind und begann zu weinen. Die Frau nahm es auf und ging ins Haus. In der Stube saß der andere Bruder und unterhielt sich mit seiner Frau. Nun setzten sie sich alle an den Tisch und unterhielten sich miteinander. Auf einmal fiel das Messer vom Tisch. Die Frau von Andrīvs bückte sich, um es aufzuheben. Als sie nach dem Messer tastete, geriet ihr etwas Weiches in die Hand. Da sah sie, dass die beiden Männer Schwänze und behaarte Beine hatten. Sie verstand sogleich: es waren nicht ihre Männer, die gekommen waren, sondern Teufel. Sie kniff heimlich ihr Kind. Das Kind begann zu weinen. Da sagte die Frau von Andrīvs: "Ich will es ins Bett bringen". Kaum hatte sie das Vorratshaus erreichen und die Tür hinter sich abschließen können, als auch schon der Teufel angerannt kam und an der Tür zu poltern begann. Da fiel es der Frau von Andrīvs ein, dass auch die Hühner in dem Vorratshaus schliefen. Sie ergriff den Hahn und begann ihn zu schütteln. Der Teufel hatte inzwischen die Tür eingeschlagen und wollte schon einsteigen, als plötzlich der Hahn zu krähen begann. Der Teufel ergriff die Flucht. Aber noch im Davonrennen rief er der älteren Schwester zu: "Dein Glück, dass ein Hahn in dem Vorratshaus war, sonst wäre dein letztes Stündchen gekommen. Hüte dich, nochmals deinen Mann zu erwähnen, sonst wird es dir genau so ergehen wie es deiner Schwester ergangen ist. Vor Angst zitternd saß die Schwester bis zum Morgen in dem Vorratshaus. Ans Einschlafen war gar nicht zu denken. Als sie am nächsten Morgen ins Haus zurückkehrte, fand sie ihre Schwester tot. Seit der Zeit hat sie nie mehr ihren toten Mann erwähnt.

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