Die Teufel töten Menschen

From Pasakas un teikas
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Comments: Diese Sage erscheint ziemlich romantisch und modern. P. Š.


Es lebte einmal auf dieser Welt ein armer Bauer als Knecht eines Prinzen. Der Bauer arbeitete Tag und Nacht. Der Prinz hatte ein großes Schloss und er war sehr reich. Der Prinz und der Bauer waren noch beide jung und ledig und beide dachten daran, sich nach einer Braut umzusehen. Eines Tages sagte der Prinz zu seinem Knecht, dem Bauer: "Solange du mir nicht ein schönes Mädchen herbeigeschafft hast, musst du bei mir ohne Lohn — nur für das Essen — arbeiten." Jahre vergingen. Der Prinz wurde allmählich alt, aber der Bauer, obwohl er immer arbeiten musste, wurde immer schöner und schöner. Eines Tages lernte er eine Waise kennen, die Aņe hieß. Sie liebten einander sehr und beschlossen zu heiraten, aber der Bauer wusste, dass der Prinz ihm nicht erlauben würde zu heiraten. Da beschloss er seine Aņe zu heiraten, aus dem Schloss des Prinzen zu fliehen und die Truhe mit den Schätzen des Prinzen mitzunehmen. Als der Bauer nun so überlegte, sah er plötzlich, dass vor ihm der Teufel stand und lachte. Der Bauer erschrak, ergriff einen Knüttel und wollte den Teufel erschlagen, aber der Teufel ermahnte den Bauer, ihn nicht zu erschlagen, denn er könne ihm viel helfen. "Du hast beschlossen, die Truhe mit den Schätzen zu stehlen, aber ohne mich wirst du nichts erreichen. Ich kann dir dabei helfen, aber du musst mir dafür deine Seele vermachen." Der Bauer dachte lange nach, aber er sagte nicht zu und antwortete: "Morgen werde ich dir die Antwort geben!" Der Bauer sprach mit seiner Aņe über den Vorschlag des Teufels: "Wenn ich dem Teufel mein Wort gebe, dann werden wir reich sein und der Prinz wird uns nichts anhaben können." "Nein," antwortete Aņe, "wir wollen lieber arm bleiben und gemeinsam Not leiden. Gott wird uns helfen!" Während sie noch miteinander redeten, kam der Teufel angerannt und fragte: "Nun, willst du mir dein Wort geben?" Der Bauer antwortete: "Nein, ich kann mit dir keinen Bund eingehen, ich will lieber arm bleiben als reich werden." Wütend rannte der Teufel aus dem Zimmer, der Bauer aber war entschlossen, lieber doch zu dem Prinzen zu gehen und seinen Segen für die Ehe mit Aņe zu erbitten. Aber der Teufel war noch vor ihm zum Prinzen geeilt. Als der Prinz den Teufel erblickte, erschrak er sehr und nahm ihn auf, als wäre er ein hoher Gast.

Der Teufel erzählte dem Prinzen, dass der Bauer, sein Knecht, die Absicht habe, seine Schatztruhe zu stehlen. Der Prinz befahl sogleich, den Bauer in dem Stall an die Kette zu legen und ihn mit Viehfutter zu ernähren. Aņe heiratete er selbst. Das arme Mädchen wusste nicht, was es machen sollte. Ihretwegen war der Prinz zu einem Teufel geworden. Als Aņe eines Tages unter Tränen betete, hörte sie plötzlich eine Stimme, die zu ihr sprach: "Geh in den Gang des Schlosses hinaus, dort wirst du eine Maus sehen. Setz dich auf den Rücken der Maus, sie wird dich zur Kirche tragen!" Da wurde Aņe froh. Sie lief in den Gang hinaus, setzte sich auf den Rücken der Maus und die Maus trug sie zur Kirche. Der Teufel hatte das beobachtet. Er sagte es dem Prinzen, und nun liefen der Prinz und der Teufel Aņe nach. Als der Prinz und der Teufel angerannt kamen, wusste Aņe nicht, was sie in der Kirche machen sollte. Sie sieht: die Kirchentür öffnet sich, der Prinz und der Teufel kommen herein. Aber sie können sich ihr nicht nähern. Auf dem Kopf von Aņe erstrahlte ein Mond, der eine solche Hitze verbreitete, dass der Prinz und der Teufel an sie nicht herankamen. Der Teufel dachte bei sich: "Hier ist nichts zu machen. Ich will zu dem Bauer eilen und ihn überreden, mir seine Seele zu vermachen." Der Teufel kam angerannt und sagte: "Ich will dich aus dem Stalle befreien und dich reich machen, wenn du mir deine Seele vermachst!" Der Bauer überlegte lange, dann sagte er: "Lieber will ich hier im Stall sterben, als dir meine Seele zu vermachen!" Der Teufel eilte zum Prinzen und erzählte ihm von seinem Gespräch mit dem Bauer. Da wurde der Prinz wütend und wollte den Teufel erschlagen, aber der Teufel packte den Prinzen und erwürgte ihn. Aņe verließ die Kirche, ging in den Stall und befreite den Bauer. Sie heirateten und blieben auf dem Schloss des Prinzen, der Prinz dagegen muss dem Teufel in der Hölle die Schuhe putzen und das Feuer unter seinen Kesseln schüren.

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