Die Teufel stiften die Menschen an, sieh zu erhängen

From Pasakas un teikas
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Šēpers erzählte, dass damals, als er seine neue Stelle im Kreis Kuldīga (Goldingen) angetreten hatte, habe sich das Gut, schön gelegen, in der Nähe eines jungen Waldes befunden. Inmitten der Schonung auf einer kleinen Wiese soll damals eine hohe Tanne und neben der Tanne ein Haselnussstrauch gestanden haben.

Am Pfingsttag um die Mittagszeit sei seine Frau in der Schonung spazieren gegangen. Als sie in die Nähe der Tanne kam, wurde sie plötzlich von einer sonderbaren Angst gepackt. Auf einmal sieht sie, dass der Haselnussstrauch sich biegt und krümmt und rauschend ihr vor die Füße fällt. Die Frau erschrak gewaltig und lief nach Hause, so schnell sie nur konnte. Sie wurde schwer krank und redete in ihrem Fieberwahn von dem furchtbaren Spuk.

Šēpers war überzeugt, dass ein Wirbelwind den Haselstrauch erfasst haben musste. Am nächsten Tag forderte er den Sattler aus Liepāja, der gerade auf dem Gutshof arbeitete, sowie den Gutsschmied, der ein mutiger Mann war, mit ihm zu der Stelle zu gehen, an der seine Frau so erschreckt worden war. Scherzend machten sich die Drei auf den Weg, und der Sattler prahlte, er wolle den Haselnussstrauch ganz abhacken und zerstören, damit die Leute keinen Grund hätten, abergläubische Geschichten zu erzählen, denn er glaube nicht an Spuk und Gespenster.

Etwa dreihundert Schritt vor der Tanne blieben Šēpers und der Schmied stehen, um ihre Pfeifen zu rauchen, aber der mutige Sattler begab sich mit der Axt in der Hand geradeswegs auf den Haselnussstrauch zu. Kaum war er jedoch in seine Nähe gekommen, da begann der Strauch sich rauschend zu biegen und fiel vor die Füße des Sattlers. Der Sattler wurde von einem solchen Entsetzen gepackt, dass ihm die Axt aus der Hand fiel und er blass und zitternd zu seinen Kameraden zurücklief und hervorstieß, er würde um keinen Preis sich nochmals der Tanne und dem Haselnussstrauch nähern. Auch der Šēpers und der Schmied wurden von Angst gepackt; alle drei liefen sie nach Hause.

Als sie die Begebenheit anderen Leuten erzählten, erklärte ihnen der alte Pferdehüter, dass gerade zu Pfingsten — vor drei Jahren — und ebenfalls um die Mittagszeit der Buschwächter sich an dem Haselnussstrauch aufgehängt habe, weil man ihn des Handels mit dem Gutswald überführt hatte. Seit der Zeit spuke er jedes Jahr an dem gleichen Tag und um die gleiche Stunde.

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