Die Teufel fressen Menschen

From Pasakas un teikas
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Im Kruge von Ērgļi-Hof soll ein Krüger gelebt haben, der mit dem Teufel im Bunde war. Wenn einmal Reisende im Krug übernachteten, so plünderte Papītis — so nannte man den Krüger — sie aus.

Einmal übernachtete im Kruge ein Kaufmann, der von Papītis gehört hatte und ihm seine Kunst zeigen wollte. Papītis wies dem Kaufmann ein Zimmer an, wo er seine Sachen ablegen könne. Andere warnten zwar den Kaufmann, bei Papītis zu nächtigen, der Kaufmann aber lieh ihren Reden kein Ohr, sondern brachte alle seine Sachen hinein, zeichnete in alle Ecken ein Kreuz und legte sich dann ruhig schlafen. Um Mitternacht ging Papītis hinaus und pfiff. Auf seinen Pfiff kam einer zum Kaufmann hinein, ging aber bald wieder hinaus und erzählte Papītis, der Reisende habe seine Sachen mit solchen Steinen beladen, dass er sie nicht fortwälzen könne. Seitdem hatten alle einen Fingerzeig, und Papītis konnte niemand mehr berauben.

Ein andermal zu Weihnachten hieß Papītis den Knecht, ein Pferd anspannen. Der Knecht fragte, welches Pferd er anspannen solle. Papītis antwortete: das, das ihn beim Betreten des Stalles zuerst anschauen werde. Ein einjähriges Füllen schaute ihn zuerst an, und das schirrte der Knecht auch an. Papītis setzte sich mit dem Knecht in den Schlitten, und kaum hatte der Knecht das Füllen angerufen, da hob es sich schon in die Luft und flog davon. Nach etwa einer Stunde machte das Füllen vor einem großen Schlosse halt. Der Knecht schirrte das Pferd ab und trat ins Schloss. Da sah er mehrere Herren, die an gedeckten Speisetischen saßen und speisten. Papītis gab seinem Knecht auch zu essen und sagte zu ihm, er solle essen, so viel er möge, aber nichts vom Essen in die Tasche stecken. Dem Knecht schmeckte das Essen vortrefflich, und er konnte sich nicht überwinden, sondern nahm sich auch Stücke vom Schweinebraten und der Wurst mit, indem er sie hinter die hohe Stiefelschäfte steckte. Am anderen Morgen suchte der Knecht nach seinen Leckerbissen, fand aber nur eine Schlangenkrümmung und ein Kinder Händchen. Jetzt erst wurde ihm klar, was das gestern für ein Essen gewesen war.

Von Papītis Tod erzählte man, er sei in seiner Kammer gestorben, ohne dass er jemanden zu sich herein ließ. Der Teufel habe ihn an den Füßen gegen die Wände geworfen und zuletzt seine Eingeweide um den Krug geschleppt.

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