Die Teufel fressen Menschen

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten lebte in dem Kirchkrug von Ērgļi ein Wirt, den die Leute Papītis nannten. Die Leute wichen ihm gern aus denn sie wussten, dass er mit verschiedenen bösen Geistern im Bunde war. Die Knechte von Papītis waren bereit, selbst einen Wolf auszurauben. Um den Verdacht von dem Teufelsdiener, dem Wirt, abzulenken, schafften sie ihre Opfer weit, weit fort. Der Wirt und seine Helfer hatten einen reichen Kaufmann ausgeraubt und umgebracht. Von da ab begann Papītis im Zweigespann und mit einem Kutscher auf dem Kutschbock zu fahren. Die Leute mieden den Teufelsmann und wollten sich mit ihm nicht einlassen.

Der böse Ruf von Papītis war schon in Rīga bekannt geworden und keiner der Reisenden wagte es, im Ērgļi Krug zu übernachten.

Ein Viehhändler jedoch, der auf dem Markt in Piebalga gewesen war,hatte die Ermahnungen der Leute in den Wind geschlagen und war in den Ērgļi-Krug eingekehrt, um dort zu übernachten. Der Wirt führte ihn in eine Kammer im oberen Stock, und der Kaufmann legte sich bald ins Bett. Aber der Viehhändler war auch nicht von gestern: bevor er sich hinlegte, malte er auf alle Wände Kreuze.

Um Mitternacht ging der Wirt auf den Hof hinaus und pfiff. Auf sein Pfeifen hin erschienen böse Geister, denen Papītis befahl, den Kaufmann auszurauben. Die bösen Geister waren in die Kammer des Viehhändlers geschlichen, konnten jedoch nichts ausrichten.

Auch der Bruder von Papītis diente dem Teufel. Auf eine undurchsichtige und verbrecherische Art war er zu viel Geld gekommen und hatte nun vor, nach Russland zu fahren, um Vieh aufzukaufen. Aber später fanden ihn Viehhüter: er hatte sich an einer Kiefer im Braķi-Wald aufgehängt. Sie haben den Toten dort im Walde begraben. Zu seiner Beerdigung hatten sich alle bösen Geister eingefunden. Als letzter kam der Teufel selbst. Die Viehhüter fragten den Teufel, warum er so spät gekommen sei.

"Ich werde die Anderen noch einholen", antwortete der Teufel und begab sich zur Grabstelle seines Knechtes.

Als der Teufelsknecht begraben wurde, heulten alle Waldtiere.

Auch der Kutscher von Papītis war nicht besser. Einmal fuhr er seinen Herrn zu Besuch. Dort wurde auch der Kutscher bewirtet, aber man ermahnte ihn streng, nichts von dem Angebotenen in die Taschen zu stecken. Der Kutscher konnte jedoch nicht widerstehen und versteckte in den Schaft seines Stiefels eine Wurst und einen Schweinefuß. Als der Kutscher zu Hause seinen Stiefel auszog, fielen aus ihm eine Schlange und das Ärmchen eines kleinen Kindes heraus.

Jetzt begriff der Kutscher, dass er die ganze Zeit mit Teufelsknechten und Hundeschnuten zu tun gehabt hatte. Für eine Rückkehr auf den rechten Weg hatte er jedoch keine Kraft und auch keine Zeit mehr. Papītis hatte ihn schon in das Heer der Teufelsknechte aufgenommen.

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