Die Teufel werden betrogen

From Pasakas un teikas
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Ein alter Mann säte auf einer Rodung mitten im Walde Gerste aus. Aber die Gerste wollte und wollte nicht gedeihen. Der Alte betrachtete die Saat: die Gerste wurde gelb und fiel zu Boden. Da wurde der Alte ärgerlich und sagte bei sieh: "So hol sie der Teufel, es wird sowieso nichts daraus werden!"

Kaum hatte der Alte die Worte ausgesprochen, da war auch schon der Teufel zur Stelle und sagte: "Hab Dank für die Gerste!"

Gegen Herbst ging der Alte nochmals zu seinem Gerstenfeld, um es zu betrachten und sah nun, dass die Gerste so prächtig gediehen war, wie er noch niemals welche gesehen hatte. Da freute sich der Alte und sagte bei sich: "Jetzt werde ich einmal zu Gerste kommen!" Die Erntezeit kam heran und der Alte schickte sich an, die Gerste zu mähen. Aber auch der Teufel war zur Stelle: er kam auf einem prächtigen ausländischen Pferd herbeigeritten und ließ den Alten nicht ans Mähen, indem er behauptete, das sei ja seine Gerste. Dem Alten aber tat es gar zu leid um die Gerste und er begann den Teufel anzuflehen, er möchte ihm doch die Gerste zurückgeben. Dafür nannte er den Teufel einen Großherrn und versprach ihm, aus der Gerste ein prächtiges Bier zu brauen und den Großherrn Teufel dazu einzuladen. Schließlich war der Teufel einverstanden und gab dem Alten die Gerste zurück.

Der Alte mähte die Gerste, braute Bier und lud den Teufel zu einem Trinkgelage ein. Aber der Alte hatte das Bier mit Absicht sehr stark gebraut. Als der Teufel ankam, füllte er einen Stiefel mit Bier und reichte ihn dem Teufel. Aber der Großherr Teufel wollte nicht aus dem Stiefel trinken und verlangte einen Krug. Da sagte der Alte: "Das ist ein guter Krug! Das ist ein guter Krug! Einen besseren Krug habe ich nicht!" Und er bestand darauf, der Teufel solle aus dem Stiefel trinken.

Nun, wenn der Alte keinen besseren Krug hat, dann ist ja nichts zu machen. Der Großherr Teufel packte den Stiefel und leerte ihn in einem Zug. Dann verlangte er noch und noch. Und der Alte gab ihm soviel er nur wollte. Der Großherr Teufel war jetzt blau.

Der Bauer des Hofes, auf dem der Alte lebte, bemerkte das prächtige Pferd des Teufels. Da dachte der Bauer: vielleicht gelingt es mir, mit dem Teufel Pferde zu tauschen. Der Bauer holte seinen Stier aus dem Stall, legte ihm das Zaumzeug an und band ihm eine Flachsdocke an den Schwanz. Dann führte er ihn dem Teufel als ein gehörntes ausländisches Pferd vor und meinte, sie könnte ja die Pferde tauschen. Ja, der Teufel war ganz begeistert davon, und so tauschten sie die Pferde. Als der Großherr Teufel ordentlich betrunken war, kletterte er auf den Rücken des Stieres und wollte davonreiten. Aber der Stier begann zu biesen und rannte ins Gebüsch. Jetzt konnte der Teufel nicht mehr abspringen, konnte auch den Stier nicht anhalten; der Stier aber trug den Teufel weiter durch das Gebüsch und die Zweige zerfetzten seine Haut. Der Teufel begann furchtbar zu schreien; da eilten sogleich andere Teufel vorbei und hielten den Stier an. Sie umringten den Großherrn der Teufel und bewunderten sein Pferd. Der Eine betastete seine Hörner, der Andere hob den Schwanz an und wunderte sich, dass das Pferd zwei Schwänze habe: einen kurzen und buschigen (die Flachsdocke) und einen dünnen und langen. Aber der Teufel selbst prahlte: "Ein Renner ist es! Ein Renner! Man könnte mit ihm glatt aufs Dach hinaufreiten!"

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