Die Teufel werden betrogen

From Pasakas un teikas
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Comments: Variante aus Nogale: Eine Großfrau hatte kein Kind. Darüber war sie sehr traurig. Da kam einmal ein altes Mütterchen zu ihr und versprach ihr einen Sohn, wenn die Großfrau ihrerseits versprechen wolle, den Sohn im Alter von 12 Jahren an den Abava-Fluss zu schicken, Wasser zu holen. Die Großfrau versprach es. Als nun der Sohn 12 Jahre alt geworden war, musste er Wasser holen. Aber der Junge fürchtete sich. Da kam ein Zigeuner herbei und sagte: "Wie viel zahlst du mir, wenn ich anstelle deines Sohnes das Wasser hole?" Sie versprach ihm viel Geld. Der Zigeuner nahm den Eimer und ging an den Fluss. Er trat auf den Steg und schickte sich an, Wasser zu schöpfen. Aber sobald er sich bückte, zog und zerrte ihn jemand am Pelz. Der Zigeuner schalt: "Ärgere mich nicht!" Aber nun wurde der Zigeuner in den Fluss gezerrt und es hagelte Schläge von allen Seiten. Auf einmal bemerkten die Schläger: es war ja gar nicht der Richtige, den sie in den Fluss gezerrt hatten. Schwarz und blau verprügelt, warfen sie den Zigeuner ans Land. Der Zigeuner kehrte mit angeschwollenem Gesicht zurück, aber den Jungen hatte er gerettet. L. P.


Ein Bursche konnte keine Frau bekommen. Welche er auch immer freien mochte, alle antworteten: nein! Schließlich rief er zornig aus: "Mag der Teufel es wissen, warum ich keine Frau bekommen kann — ich selbst weiß es nicht!"

Kaum hatte er das ausgesprochen, da war der Teufel auch schon zur Stelle: er solle ihm sein zukünftiges Kind versprechen, dann werde er ihm eine Frau verschaffen. Gut, er verspricht es. Am zweiten oder dritten Tag ist der Teufel wieder zur stelle: er solle das und das Mädchen freien, es würde nicht nein sagen. Der Bursche besucht sie, spricht mit ihr — ja, sie ist bereit. Nun gut, sie heiraten.

Aber was geschieht? Drei oder vier Jahre später kommt der Teufel gerade um Mitternacht an und verlangt, dass man ihm das Kind sogleich mitgibt. Der Mann erschrickt: "Jetzt sind wir in der Klemme — was nun? Aber wart! Man müsste versuchen, sich mit Schläue des Teufels zu entledigen."

Ob er nicht morgen mit einem Geldtopf wiederkommen könne? Heute Nacht sei es nicht möglich, er müsse doch zuerst noch mit seiner Frau sprechen. Ja! Der Teufel ist damit einverstanden. Aber am nächsten Morgen begibt sich der Mann zum Pfarrer und erzählt ihm die ganze Geschichte: wie alles begonnen hatte, was geschehen war — alles, alles von Anfang an. Der Pfarrer überlegte sehr lange, schließlich aber sagte er, er würde ihm wohl helfen können. Gut. Am Abend kam der Pfarrer auf den Hof des Mannes mit einer Kerze und der Bibel an. Als es dunkel geworden war, zündete er die Kerze an, stellte sie unter den Tisch und verdeckte sie mit einem Tuch, damit das Zimmer nicht erleuchtet wurde. Um Mitternacht war der Teufel zur Stelle. Wo sei das Kind? "Dort — auf dem Tisch, nimm es!" Der Teufel eilte an den Tisch und wollte das Buch, das er für das Kind hielt, nehmen. Aber in demselben Augenblick öffnete der Pfarrer das Buch und stellte die Kerze auf den Tisch, so dass die Stube plötzlich hell erleuchtet wurde, und der Tafel, der bemerkt hatte, dass er die Bibel angefasst hatte, wusste nicht mehr, wo er sich in einer so hellen Stube hätte verstecken können. Schließlich fuhr er durch den Fußboden hindurch und verschwand, wobei er ein Loch im Fußboden hinterließ. Den Geldtopf, den er mitgebracht hatte, hatte er in der Eile auf dem Tisch vergessen. Nun war der Mann glücklich und reich für sein ganzes Leben.

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