Die Teufel werden betrogen

From Pasakas un teikas
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Einmal hütete ein kleiner Junge das Vieh. Da trat ein fremder Mann an ihn heran und überredete ihn, ihm zu folgen, ohne dass er jedoch sagte, wohin er kommen solle, und wer er selbst sei. Der Junge ging nicht mit. Daheim angelangt, erzählte er es seiner Mutter. Die Mutter erwiderte: "Sollte derselbe Mann noch mal kommen und dir zureden, mit ihm zu gehen, so kannst du auch gehen." Nach einigen Tagen hütete der Junge wieder die Schafe. Da kam derselbe Mann und lockte ihn unter Bitten, für einige Zeit mit ihm zu gehen — er werde ihn schon wieder entlassen. Der Junge schickte seine Schafe heim und ging mit dem Fremden. Nachdem sie ein gutes Stück gegangen waren, gelangten sie an einen sehr großen Stein. Der Fremde schlug mit der Faust kräftig auf den Stein, die Tür tat sich auf, und sie traten ein. (Der Fremde soll der leibhaftige Teufel gewesen sein.) Nun zeigte er dem Jungen seinen Reichtum, so dass den Jungen, der nie zuvor so große Schatze gesehen hatte, die Augen übergingen. Der Fremde versprach ihm, er wolle ihm größte Reichtümer und auch Ruhm verschaffen, wenn er ihm folgen würde. Er zeigte ihm auch eine an der Wand hängende Flöte, sagte aber nicht, was mit ihr zu tun sei. Dem Jungen ging es gut. Eines Tages, als der Teufel, von Felde heimgekehrt, sich ermüdet hingelegt hatte, nahm der Junge die Flöte von der Wand und fing zu blasen an. Da eilten alle Diener des Teufels herbei, die schrien auf ihren Gebieter ein und fragten, was sie tun sollten. Aber ihr Gebieter schickte sie fort, indem er sagte, der kleine Junge habe unwissentlich geblasen. Alle Diener des Teufels, die wie Heuschrecken aussahen, entfernten sich wieder, und der legte sich ruhig schlafen. Jetzt nahm der Junge die Flöte, verließ ganz leise den Stein und eilte heim. Zu Hause drang man in ihn, er solle erzählen, wo er gewesen sei. Der Junge antwortete: "Ich war im Hause des leibhaftigen Teufels und mit dieser Flöte habe ich den Teufel aller seiner Macht (seiner Helfer) beraubt. Schaut nur her, wie die Knechte des Teufels vor mir springen werden." Der Junge blies, und die Knechte des Teufels hüpften Trio Heuschrecken vor ihm herum. Nach einer Weile schickte der Junge sie mit seiner Flöte wieder an ihre Stelle zurück. Als der Teufel erwachte, sah er, dass der Junge ihn betrogen hatte: die Flöte war nicht mehr zu finden. Lange Zeit quälte der Junge durch seine Flöte den Teufel, bis dieser ihn wieder die Flöte stahl und seine Macht zurückgewann.

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